Montag, 20. Juli 2009
Kinderkommission des Bundestages tagte zum Thema "Gesunde Ernährung"
Geschrieben von Melanie
um
11:47 Uhr
in Ernaehrung
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Da Übergewicht und die sogenannte Fettleibigkeit (Adipositas) mittlerweile eines der größten gesundheitlichen Risiken im 21. Jahrhundert darstellen, setzte sich die Kinderkommission des Deutschen Bundestages letzte Woche mit dem Thema gesunde Ernährung auseinander. Fakt ist, dass mehr als jedes sechste Kind übergewichtig ist und Essstörungen in einer komplexen Wechselwirkung zwischen biologischen, psychosozialen und soziokulturellen Faktoren entstehen.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben aufgezeigt, dass zwischen Gesundheit und sozialer Ungleichheit ein enger Zusammenhang besteht. Kinderarmut wirkt sich langfristig und im weiteren Lebensverlauf negativ auf die Gesundheit aus. Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen, mit niedrigem Bildungsgrad und Kinder mit Migrationshintergrund weisen ein höheres Risiko für Übergewicht und Adipositas auf. Daher sind ganzheitliche Konzepte gefragt, mit dem moralisch erhobenen "Ernährt Euch halt gesünder und sitzt nicht den ganzen Tag vorm Fernseher (Computer) rum, sondern bewegt Euch auch mal ein wenig"-Zeigefinger ist da wenig zu machen.
Die Kinderkommission hat daher festgehalten, dass Gesundheitsförderung und Prävention sich an der Lebenswelt der Kinder und Eltern orientieren muss und dass diese aktiv an der Planung und Umsetzung beteiligt werden müssen. Deswegen fordert die Kinderkommission des Deutschen Bundestages Gesundheitsförderung und Prävention mit Hilfe eines Präventionsgesetzes flächendeckend und dauerhaft zu verankern.
Um alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu erreichen, befürwortet die Kommission auch Fragen der Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung deutlicher in den Schulalltag zu integrieren.
Auch die Frage der Nährwertkennzeichnung wurde diskutiert und man kam überein, dass die Kaufentscheidung für gesunde Lebensmittel erleichtert werden muss. Die Kinderkommission spricht sich daher für eine einfache, verständliche und bundesweit verbindliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln aus, die auf einen Blick sichtbar macht, wie viel Zucker, Fett oder Salz ein Produkt enthält. Damit soll Eltern auch erleichtert werden als gesund beworbene Produkte als Mogelpackungen zu identifizieren.
Zusätzlich fordert die Kommission mehr Unterstützung für adipöse Kinder. Wohnortnah sollen niederschwellige Therapie- und Beratungsangebote geschaffen werden, die Familien helfen soll, sich selbst zu helfen. Als Begründung dafür wird auch angeführt, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, die Risiken für weitere ernsthafte Erkrankungen mit sich bringt.
Die vollständige Stellungnahme können Sie direkt beim Bundestag nachlesen.
Bild: Pixelio, Rainer Sturm



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Aufgenommen: Jul 02, 14:02