Montag, 19. Juli 2010
Haribo macht Kinder froh...
Geschrieben von Melanie
um
15:39 Uhr
in Ernaehrung, Lebensmittel & Recht
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Bereits seit geraumer Zeit stehen Azo-Farbstoffe (Sunsetgelb (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122), Allularot (E129), Tartrazin (E 102) Cochenillerot (E 124)) im Verdacht bei Kindern Hyperaktivität auszulösen. Ab morgen müsseuropäisch en Lebensmittel, die einen der oben genannten Farbstoffe enthalten mit dem Hinweis: "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden.
2007 wurde die EU auf eine in "The Lancet" veröffentliche britische Studie aufmerksam, die darauf verwies, dass künstliche Lebensmittelfarben und Konservierungsstoffe bei Kindern zu überaktivem Verhalten führen können. Die britische Lebensmittelbehörde (FSA) empfahl Eltern von hyperaktiven Kindern daraufhin auf künstlich gefärbte Lebensmittel zu verzichten.
Die EU-Kommission beauftragte daraufhin die Europäosche Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dem Verdacht nachzugehen. Ende letzten Jahres stand dann fest, dass Hersteller ab Juli diesen Jahres ihre Produkte, sofern sie einen der obenstehenden Farbstoffe enthalten, entsprechend kennzeichnen müssen.
Betroffen von dieser Kennzeichnung sind vor allem Hersteller von Süßwaren, denn Kinder mögen es bunt. Je bunter desto besser. Doch nicht nur, wer auf Gummibärchen steht, wird sich künftig mit diesem Hinweis konfrontiert sehen, auch andere Hersteller, werden sich wohl überlegen, ob sie nicht in absehbarer Zeit die Rezeptur ändern. Denn verkaufsfördernd wird der Hinweis wohl eher nicht sein.
Hier ein paar Beispiele bei denen es sich lohnt demnächst mal zu schauen, ob sich die Farbe und damit die Rezeptur ändert....
Becks Green Lemon (Chinolingelb), Schwartau Extra Wellness Himbeere (Cochenillerot A), Seeberger Japan Mix Matsuro (Sunsetgelb), Powerade Orange (Chinolin- und Sunsetgelb), Aldi Meisterstücke Schmand Mandarine Kuchen (Tartrazin, Sunsetgelb, Cochenillerot), Fritz-Limo Melonenbrause und Fanta Lemon (Chinolingelb), Ruf Götterspeise Kirsch (Azorubin), Orangina Rouge (Allurarot), Berliner Kindl Weisse mit Schuss (Tartrazin), Rheila Konsul Knusper Salmiak (Allurarot)
EDIT (22.07.2010): Nachdem wir jetzt gestern mal im örtlichen Supermarkt stöbern waren, können wir mitteilen, dass wir auf Anhieb keine Produkte finden konnten, die den Warnhinweis hatten. Ist allerdings nicht auf streikende Hersteller zurückzuführen, sondern schlichtweg auf den Umstand, dass die Hersteller rechtzeitig dazu übergegangen sind ihre Rezepturen zu ändern. So hab Haribo beispielsweise bereits vor einigen Monaten angefangen alle Rezepturen entsprechend zu verändern und vertreibt mittlerweile kein Produkt mehr, dass die angegebenen Azofarbstoffe enthält. (Hier auch noch mal vielen Dank an Britta Klein vom AID, die uns mit dem richtigen Tipp versorgt hat.)



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