Mittwoch, 12. Dezember 2007
Die Ampel auf das-ist-drin.de
Geschrieben von Vanessa
um
12:55 Uhr
in Ernaehrung
Kommentare (12)
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Unsere Newsletter-Abonnenten kennen sie schon, jetzt kann sie jeder sehen: Die Ampel. Auch wenn die Ampel-Diskussion zu Gunsten von anderen politischen Themen ein wenig in den Hintergrund gerückt ist, so ist das Thema ja noch nicht erledigt, weil noch lange nicht abschließend geklärt. Auch Brüssel brütet noch über dem Kennzeichnungs-Problem. Und wir wollen natürlich nicht warten bis sich die Politiker und Entscheidungsträger den Hintern platt gesessen haben und haben einfach mal die Ampel nach britischem Vorbild umgesetzt. Wer also mal wissen will, wie bestimmte Lebensmittel nach den Kriterien der Ampelkennzeichnung bewertet werden, der kann sich ja mal durch unsere Auswahl klicken. Rot bedeutet, hier ist viel von einem Inhaltsstoff drin, von dem man besser weniger zu sich nehmen sollte. Gelb bedeutet der Inhaltsstoff ist nicht übermäßig, aber auch nicht in geringer Menge enthalten und man sollte versuchen bei diesem Inhaltsstoffen auch mal öfter im grünen Bereich zu sein. Grün ist dann natürlich das beste Signal. Wenn Grün angezeigt wird, dann ist wenig von dem Inhaltsstoff enthalten. Je mehr grün eine Ampel anzeigt, desto gesünder ist das Produkt.

In Großbritannien wird die Ampel hauptsächlich auf Convenience Food, Fertiggerichten, Pizza, Würstchen, Burger, Kuchen, Sandwiches und Frühstücksflocken aufgedruckt, denn hier bestehen bei den Verbrauchern die meisten Unsicherheiten. Und so sieht das dann aus. Die Ampeln unterscheiden sich je nach Hersteller ein wenig, gründen aber auf dem selben Prinzip.

Minister Seehofer plant da ein eigenes Modell. Das "1 plus 4" Modell (Brennwert plus Gehalte an Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz), gründet auf einer Idee der Wirtschaft und soll dann so aussehen:


Die Eckpunkte dieses Modells sind beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zusammengefasst. Man beachte auch das Einstiegsmodell für die Wirtschaft, denn das gibt nur die Kalorien pro Portion, sowie den prozentualen Anteil der Portion am Tagesbedarf.

Eine Ampel wie in Großbritannien oder die Kennzeichnung nach Seehofer, wir werden sehen was kommt.
Kommentare
Hallo, ich studiere Ernährungswissenschaften und muss ehrlich sagen, dass ich dieses Modell nicht empfehlen kann. Erstens ist alles auf eine Portionsangabe reduziert, die hier niemand klar definiert und den Verbaucher auch in die Irre führen kann. Und zweitens sind manche Angaben, so finde ich jedenfalls, ziemlich undurchsichtig. Z.B. "Zucker": ist hier nur der reine Zuckeranteil gemeint oder alle Kohlenhydrate zusammengefasst?? Und warum muss man unbedingt eine Angabe über "gesättigte Fettsäuren" machen? Viel wichtiger wären doch die ungesättigten Fettsäuren, von denen wir so wenig aufnehmen....
Für mich ist das System nicht so ganz klar, wie soll es dann für den Verbraucher leicht zu verstehen sein?!
Weder das Ampel-Modell noch das 1 plus 4 Modell werden den Anforderungen nach einer gesunden Ernährung gerecht. Außerdem stellt sich die Frage, in wie weit es gerechtfertigt ist einzelne Lebensmittel zu stigmatisieren. Egal ob Butter, Margarine, Olivenöl, Distelöl oder Schmalz – alle würden einen roten Balken für Fett bekommen. Doch gibt es zwischen den einzelnen Fetten doch erhebliche ernährungsphysiologische Unterschiede. Was ist mit Gummibärchen? Für Fett gibt es einen grünen Balken und für Zucker einen roten. Wie soll der Konsument das interpretieren? Heben sich ein roter und ein grüner Balken gegenseitig auf und das Lebensmittel wird neutral? Auch 1 plus 4 hat seine Tücken. Wer von uns weiß schon, wie hoch der tatsächliche Energieverbrauch ist. Ein Bezug zu 2000 Kalorien pro Tag wird den meisten Menschen nicht gerecht: Was ist mit Kindern und Jugendlichen, alten Menschen oder Sportlern? Und jeder Hersteller kann seine Portionsgrößen selber bestimmen. Das kann sehr lustige Züge annehmen. Zufällig habe ich gestern in einem Supermarkt einen Müslisnack gesehen. 100 Gramm in einem Pappbecher. Die Portionsgröße war angegeben mit 25 Gramm. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich jemand diesen süßen, kleinen Snack auf vier Tage verteilt. Entscheidend ist immer noch das gesamte Ernährungsverhalten und nicht das einzelne Lebensmittel. Und da hinter unserem Essverhalten u.a. so viele unterschiedliche Essmotive stecken, wird sich auch ein zunehmendes Übergewichts- oder Diabetesproblem nicht mit etwas kalorien- und Nährstoffmathematik lösen lassen. Ilona Zubrod (Ernährungsberaterin für www.bewusst-waehlen.de)
Ich finde die Ampel sehr gut! Zwar ist die Portionskennzeichnung völlig unzureichend, aber das ist momentan mit der "Variante A", die auf einigen Lebensmitteln schon zu finden ist auch nicht viel besser. Natürlich muss man diese Angabe entsprechend einer wirklichen Portion machen, z.B. isst kaum jemand nur 25g Chips an einem Filmeabend, sondern oft weit mehr. Ob jetzt Zucker mit oder ohne Kohlenhydrate ob un- oder gesättigte Fettsäuren, dass sind wieder Kleinigkeiten die das gesamte Projekt kippen.
Grundsätzlich hat der Verbraucher aber einen schnellen Blick mit der Ampel. Bei einem sehr ungesundes Produkt, wie z.B. manche Frühstücksflakes, die viel zu viel Zucker haben, kann eine Mutter schnell sehen, dass dieses Produkt zu viel Zucker für ihr Kind hat. Ob sie es dann kauft oder nicht, es lässt sie nachdenken. Wenn dann noch ein entsprechen korpulentes Kind zu Hause sitzt, fängt Sie vielleicht an bewusster einzukaufen.
Guten Tag.
Ich finde beide irgendwie nicht gut.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man, wie bei der Ampel, nicht alles über einen Kamm schären kann. Insofern störten die Farben.
Bei der Variante der Industrie stört mich das runterbrechen auf eine Portion. Für jeden ist dieses Maß anders.
Ich finde, dass da ein "niedriger" Wert vorgegaukelt wird.
Auffällig ist auch, dass die Listen auf den Verpackungen teils immer größer und unübersichtlicher werden.
Das erinnert mich an das Sprichwort: "Wenn Du Sie nicht überzeugen kannst, verwirre Sie."
Meine persönliche Vorliebe wäre vron eine "Wortkennzeichnung" und hinten die einfache Darstellung gerechnet auf 100g und zwar so, dass man auch auf 100% kommt.
Die Ampel an sich ist eigentlich eine tolle Idee, aber noch kein ideales System. Wie wäre es denn damit, wenn die Firmen auch die Größe einer Portion und Wieviele in der Packung drin sind mit in die Ampel schreiben müssten. Und die Sache mit Zucker/Kohlenhydraten ist echt komisch aber eigentlich werden alle Kohklenhydrate gemeint, was für Diabetiker echt nützlich ist. Die Politiker werden bestimmt auch noch lange diskutieren, aber bis dann könnten sie doch schon mal alle Firmen zum raufschreiben der Nährwerte verpflichten.
Hallo Johanna, die Portionsangaben basieren auf dem GDA System, das von der Lebensmittelindustrie vorgeben wird, die Ampel wiederum ist das von den Verbraucherzentralen favorisierte Modell und bezieht sich immer nur auf 100 g. Leider sind bei Parteien nicht wirklich dazu zu bringen, gemeinsam eine funktionierende Lösung zu finden, da beide der Ansicht sind, das Non Plus Ultra gefunden zu haben.
Liebe Grüße
Melanie
Ich habe grade durch die Artikel geklickt und bin beim supergesunden "Red Bull" hängengeblieben. Eine Portion scheint auf den ersten Blick besser als eine Portion Müsli zu sein. ich habe 3 grüne und nur einen roten Punkt gefunden. Für jmd ohne Hintergrundwissen zum Ampelsystem liefert es flasche Informationen.
Man sollte den Leute mehr Informationen über eine ausgewogen Ernährung zu Verfügung stellen und ihnen nicht beim Einkaufen das Denken abnehmen!
Fragwürdige Ampel bei euch:
Actimel 12g Zucker => gelbe Ampel
Knorr Vie 8g Zucker => rote Ampel
Kölln Müsli 15 g Zucker => gelbe Ampel
Coppenrath Diät Rolle 13,3g Zucker=>gelbe Ampel
Fanta Orange 9,4g Zucker => rote Ampel
Das sieht arg nach übler Manipulation aus!
Lieber Gast,
inwiefern sollte das Manipulation sein? Unsere Ampelwerte richten sich nach den Vorgaben der Verbraucherzentralen und Flüssigkeiten werden anders bewertet als "feste" Lebensmittel. Kannst Du auch hier nachschauen, wenn Du mir nicht glaubst ![]()
http://www.verbraucherzentrale-ampelcheck.de/Ampelcheck/index.html
Liebe Grüße
Melanie
Team das-ist.drin
Hallo Melanie,
mit 66 Jahren stehe ich jetzt zum ersten Mal vor der Aufgabe mich ganz gesund zu ernähren, da die Werte nicht mehr so Klasse sind.
Ich finde es unerhört schwer immer genau das Richtige zu finden. Besser wäre es doch wenn die Lebensmittelindustrie nur gesunde Kost herstellen würde oder nicht?
Was da erlaubt ist schlägt ja dem Fass den Boden aus.
Und ehrlich gesagt sind Ampelangaben die Erfachsten. So richtig macht mir das Lebensmittel einkaufen kein Spaß mehr.
Liebe Grüße
Beate
Liebe Beate,
das Problem ist der Verarbeitungsgrad der Lebensmittel, je frischer das ist, was Du Dir kaufst, desto weniger Zusatzstoffe haben die Lebensmittel in der Regel, desto natürlicher sind sie (meistens). Je länger ein Produkt jedoch haltbar ist, je weniger man damit noch machen muss, damit es verzehrfertig ist, etc. pp. desto höher der Verarbeitungsgrad und desto stärker die Beimengung von Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern...
Die Entscheiidung muss beim Einkaufen jeder für sich selbst treffen. Im Grunde ist frisch kaufen und selbst zubereiten immer noch eine der günstigsten Varianten und mit ziemlicher Sicherheit auch noch eine der gesündesten.
Liebe Grüße
Melanie



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