Freitag, 20. Juli 2007
Bionade vs. Maltonade: Runde 2 - Die Verpackung
Geschrieben von Markus
um
17:02 Uhr
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Ihr habt ja wahrscheinlich schon gelesen, dass die Bionade GmbH eine einstweilige Verfügung gegen Plus und das Frankfurter Brauhaus erwirkt hat. Grund hierfür war das sich stark ähnelnde Verpackungsdesign des neuen BIO-Erfrischungsgetränks Maltonade des Discounters.
Wir haben uns das Design der beiden Produkte mal genauer angeschaut und auf ähnliche Gestaltungsmerkmale untersucht. Und, das sei hier schon verraten, von diesen Ähnlichkeiten gibt es nicht gerade wenige. ![]()
Fangen wir bei der Flaschenform an: Schön identisch, obwohl die Maltonade von Plus mit einem halben Liter Getränk etwas mehr Inhalt bietet. Trotzdem sind die beiden Flaschengrundformen bis auf den Deckel und den Flaschenboden fast gleich. Die Bionade wirkt aber allein durch die klare Glasflasche wertiger.
Was im gefüllten Zustand noch nicht auffällt, wird nach dem Leeren der Kunststoffflasche von Plus sichtbar: Das Plastik ist leicht bräunlich. Naja, wer's mag. Im besten Fall bringt einen dieses unterschwellige Braun vielleicht dazu, dass man schneller sein Leergut zurückbringt.
Bei der gedruckten Farbwelt der Maltonade-Etiketten wurden dafür keine Kompromisse eingegangen. Die Farben sind komplett identisch und auch der prozentuale Anteil auf den Etiketten gleicht stark der Bionade. Das bringt natürlich auch den Vorteil mit sich, dass hier keine farblichen Ausrutscher passieren konnten.
Aber aufgepasst: Der große Unterschied ist sehr subtil gewählt. Auf dem Maltonade-Etikett erfährt der hellgrüne Hintergrund durch erfrischende Strahlen aufgehellt ein etwas poppigeres Outfit. Da haben wir doch einen sehr schönen Unterschied gefunden!
Was bei der Bionade eckig ist, fällt bei der Maltonade rund aus. Zumindest die Etikettform auf der Front wurde abgerundet und wandert aufgrund der Form eher in Richtung 'ovales Bieretikett'. Die Typografie des Etiketts von Plus folgt, wer hätte das gedacht, in Schriftanmutung, Größe, Positionierung und Wording fast exakt der Bionade. Das Produktlogo wurde schön mittig und auch in rechteckiger Form positioniert. Lediglich die leichten Serifen und den roten Punkt im Buchstaben 'O' wurde bei der Maltonade wohl vergessen. Sonst ist es fast identisch. Versalien bei beiden Logos, lediglich der Schriftzug 'Maltonade' wurde in einer Condensed gesetzt. Klar, Maltonade hat ja auch zwei Buchstaben mehr.
Über dem Produktlogo ist in Serifenschrift 'BIO-Erfrischungsgetränk' zu lesen. Da staunt der Laie. Wurde hier nicht richtig kopiert? Bei der Bionade steht doch ausdrücklich 'Biologisches Erfrischungsgetränk' an gleicher Position... Das hätten die Chinesen besser hinbekommen.
Im unteren Bereich findet sich die Bezeichnung der Geschmacksrichtung. Uupps. Auch hier gleiche Position und ähnliche Anmuntung der Verwendung einer Schreibschrift.
Der am stärksten spürbare Unterschied der zwei Produkte, vom Geschmack und dem Verschluss mal abgesehen, geht von der Banderole am Flaschenhals aus. Die Bionade präsentiert sich an dieser Stelle sehr schlank durch eine einfache und sehr gekonnte Wiederholung des Logos. Bei der Maltonade von Plus wird auch der Strahlen-Hintergrund inklusive breitem Rand wiederholt. Das macht an dieser Stelle einen großen wahrnehmbaren Unterschied aus. Leider nicht zum Vorteil des BIO-Erfrischungsgetränks von Plus. Durch die Breite des Papiers und das Wiederholen des kräftigen Rands wirkt die Banderole an dieser Stelle leider nicht verschlankend. Sie macht den Flaschenhals optisch dicker und wirkt dem Wellness- und BIO-Gedanken dieses Produkts eher entgegen.
Der goldfarbige Plastikschraubverschluss der Maltonade ist zwar praktischer aber leider kein optisches Highlight. Für die mit einem stylischen Kronkorken versehene Bionade, benötigt man natürlch immer einen Flaschenöffner, oder die Kreativität, irgendwie anders an den Inhalt zu gelangen.
Damit ihr nicht zum nächsten Plus und einem Getränkemarkt eurer Wahl wetzen müsst, um die Unterschiede zu sehen, haben wir die Gemeinsamkeiten hier nochmal im direkten Vergleich visuell aufbereitet:
Kommentare
Habt ihr superhirne schonmal bei edeka eingekauft, da gibt es bionade auch in "unwertiger" PET Flasche...
tatsächlich währe der Vergleich mit der 0,5l Bionade PET-Flasche (vgl. http://www.bionade.com/service/BIONADE_KraeuterPET.jpg) noch eindeutiger ausgefallen...
Wenn Einer schreibt, ist es von Nutzen über ein rudimentäres Wissen über das Thema des eigenen Aufsatzes zu verfügen. Dies hat der Autor des Beitrages offensichtlich nicht im Mindesten.
So schützt z.B. die Brauntönung der Flasche deren Inhalt vor Licht. Als Kommunikationsdesigner hätte ich durchaus etwas gegen den Typomix auf BEIDEN Flaschen eizuwenden. Soweit so sachlich.
Es wundert mich sehr, daß in der letzten Zeit eine massive Welle an Stellungnahmen in verschiedensten Medien auf alle Nachahmer einer guten gesundheitsfördernden Idee der Bionadehersteller eindreschen. Könnte hier gezielte Lobbyarbeit der Auslöser dieser Welle sein. Nach eigenem Bekunden ist der Hersteller von Bionade nicht in der Lage den Markt ausreichend zu Bedienen (künstliche Verknappung eines Produkts ist von jeher eine Massnahme zur Profitmaximierung). Andererseits werden Kooperationen mit McDonalds bekannt (mit über 50 Mio. Gästen pro Tag). Ein Schelm...
Lieber Harald H.,
wenn einer sich in einem Blog zu einem Beitrag verewigt, muss er sich nicht mit dem Thema auskennen, aber schön wäre es halt doch. Zu schreiben man sei Kommunikationsdesigner hilft noch nicht über die zugegebenermaßen hohe Hürde der gestalterischen Qualität. Die Welt ist voller ...-designer, Architekten etc. und ebenso voller schlechter Ergebnisse, die man jeden Tag bestaunen darf. Zur Sache: Es handelte sich um einen Vergleich der Flaschen beider Getränke und nichts weiter. Solche Vergleiche sind ja natürlich immer auch subjektiv, insofern ist Kritik immer angebracht und willkommen, Deine natürlich auch.
Bionade kooperiert nun in Deutschland mit McD und wird dort in den McCafés vertrieben. Über diesen Verriebsweg kann man durchaus kontrovers diskutieren, was ja auch bereits getan wird. McD hat aber keinesfalls 50 Mio. Gäste pro Tag in Deutschland, es sind gerade mal 2,4 Mio, was allerdings immer noch viel ist. Ob das schon reicht, die erweiterte Kapazität bei Bionade zu sprengen, wage ich zu bezweifeln, das wird die Zukunft bringen.
Das Argument der Lobby-Arbeit wird natürlich gerne aus der Schublade geholt, wenn man über ein Produkt positiv berichtet, das kennen wir hier zur Genüge nach dem Motto: "Wie, Ihr findet Lipton Eistee gut?! Ihr werdet sicher von denen bezahlt!" Ich würde mich übrigens freuen, wenn ich von jedem Hersteller, dessen Produkte ich gut finde, Geld bekäme. Leider muss ich denen sogar Geld bezahlen, hmm...
Ansonsten noch viel Spaß beim Maltonade oder Bionade trinken, das bleibt ja (Gott sei Dank) jedem selbst überlassen, was er wie oft und wo kauft.
Schöne Grüße
Gerri
also ich habe gestern maltonade holunder-cranberry getestet und war angenehm überrascht. der geschmack ist ziemlich ähnlich zur echten bionade. klar, es ist ein nachbau. aber wer nicht immer apfelschorle trinken will hat damit eine realistische alternative. und abundzu bionade im original bleibt ja...
absolut, kann mich beides geschmacklich nicht vom hocker hauen...
Dass die Verpackungen aehnlich gestaltet sind, ist ja wohl offensichtlich. Aber was ist denn nun bitte sehr drin? Aehneln sich die Herstellungsverfahren?



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