Mittwoch, 4. Juni 2008
Milchboykott illegal?
Geschrieben von Korinna
um
13:59 Uhr
in Handel, Lebensmittel & Recht
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Vergangenen Dienstag sind die Milchbauern in Lieferstreik getreten. Eingestellt hatte man sich laut Romuals Schaber, dem Präsident des BDM auf "eine Woche bis zehn Tage". Die Woche ist nun vorbei, die ersten Regale sind leer und es scheint Bewegung in die eigentliche Sache zu kommen: Der Milchindustrie-Verband ist laut Informationen des ZDF dazu bereit, höhere Preise zu zahlen, wenn diese von den Einzelhändlern an die Verbraucher weiter gegeben werden. (Scheint irgendwie bei allen anderen Produkten kein Problem zu sein, vielleicht klappts ja auch bei der Milch
). Und die wären, wie viele (nicht repräsentative) Umfragen gezeigt haben, auch bereit mehr zu zahlen, wenn denn das Geld denn auch beim Bauern ankommt. Eigentlich sollte dann eine Erhöhung des Milchpreises zu Gunsten der Bauern also kein Problem mehr sein?!
Die Landwirte haben nun die Proteste weg von den Molkereien, hin zum Handel verlagert. Wie die Tagesschau berichtet, versammelten sich bereits gestern abend die Streikenden in Köln vor der REWE-Zentrale und heute morgen auf den Geländen des Discounters Aldi.
Was das Ende des Streiks angeht, gehen die Informationen auseinander, einige Medien berichten, dass spätestens ab Donnerstag alles wieder reibungslos verlaufen soll, weitere Lieferengpässe von Seiten des Handels also nicht mehr befürchtet werden müssen. Anderswo heißt es dagegen, dass der Boykott weitergehen wird.
Mittlerweile beläuft sich der Schaden auf geschätzte 50 Millionen Euro. Und wo Geld im Spiel ist und langfristige Kontrakte (Verträge) gebrochen werden, sind die Juristen natürlich auch nicht weit
. Wie der FOCUS berichtet, wird derzeit überprüft, ob „der Aufruf des Bundesverbands der
Milchviehhalter zum Lieferstopp als Boykottaufruf zu werten ist.“ So kämen die Landwirte in eine Zwickmühle, da der "Weg [...] kartellrechtlich so vermint [ist], dass sie sich nur die Finger verbrennen können.“ Will sagen: Ein durch Boykott erzielter höherer Milchpreis wäre nicht rechtens, da bekanntermaßen die Kartellbildung und somit auch der von einem Kartell ausgerufene Boykott verboten ist. Ob nun quasi "alles umsonst" war werden die Gerichte entscheiden müssen... Eines ist aber sicher: Fortsetzung folgt!



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Aufgenommen: Jul 03, 09:09