Montag, 22. September 2008
Chinesischer Milchpulverskandal trifft Nestlé
Geschrieben von Melanie
um
14:21 Uhr
in Ernaehrung
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Nachdem am Freitag letzter Woche bekannt wurde, dass der chinesische Milchpulver-Skandal sich nicht nur auf Milchpulver sondern auch auch Milch ausweitet, kommt jetzt die nächste die Meldung, dass auch Nestlé in den Skandal verwickelt ist. Nestlé bestätigt zwar die Vorwürfe, verweist jedoch darauf, dass das betroffene Produkt nicht für Kinder gedacht ist, sondern ausschließlich in der Gastronomie eingesetzt wird. Darüber hinaus, sei der Melamin Anteil so gering, dass "ein einjähriges Kind mit einem Gewicht von 7,5 Kilogramm drei Packungen oder 3,38 Liter pro Tag trinken müsste, um eine gefährliche Dosis zu erreichen. Der normale Konsum sei ungefährlich." Dennoch wird das Produkt jetzt in Hong Kong vom Markt genommen. Der Konzernsprecher von Nestlé verwies darauf, "dass es in Hongkong keine Grenzwerte für die giftige Chemikalie gebe. 'Spuren davon findet man aber praktisch immer, wenn auch in so geringen Mengen, dass sie nicht schädlich sind.'"
Laut Welt am Sonntag, liegt die Problematik in China vor allem im Konkurrenzkampf um den Milchmarkt, dieser sei im letzten Jahr eskaliert. "Der Preis für einen Liter Frischmilch sei im Supermarkt auf einen Euro gestiegen, doch die Erhöhung kam nicht den Bauern zugute, für sie stiegen vielmehr alle Preise vom Futter bis zur Energie um 40 Prozent. Ihr Abgabepreis für Milch fiel zugleich wegen des zu großen Angebots und des Drucks durch ausländische Anbieter, die viel günstiger sind. Am Ende des Tages verdienen Chinas Milchbauern umgerechnet nur 0,1 Cent pro Liter, die Zwischenhändler kommen auf einen Cent, der verarbeitende Konzern auf ein paar Cents. Wie sollen sie davon leben? 'Alle verdienen nur, wenn sie unehrlich sind', so der Fachmann, der anonym bleiben will."
20 Kilo Melamin kosten rund 20 €, die Milchpulverhersteller setzen es ein, um ihr Produkt bis zu einem Viertel aufzustocken, da Melamin in Wassermilch aufgelöst einen höheren Nährwert für das Gemisch vortäuschen kann als es wirklich hat.
Mittlerweile sind in China rund 53.000 Kinder erkrankt und vier gestorben, 104 zeigen aktuell schwere Krankheitssymptome. Laut Welt.de gingen die Meldungen, dass die Milch des Sanlu Konzerns Erkrankungen bei Kindern hervorrief, bereits seit März beim Konzern und den zuständigen Behörden ein. Von Eltern und Kindernärzten. Jetzt hat sich die WHO eingeschaltet und versucht aufzuklären, warum es so lange gedauert hat, den Skandal öffentlich werden zu lassen.



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Weblog: das-ist-drin.de
Aufgenommen: Dez 03, 12:37