Dienstag, 7. Dezember 2010
Beschlüsse über neue Lebensmittelkennzeichnung verabschiedet.
Geschrieben von Melanie
um
17:54 Uhr
in Lebensmittel & Recht
Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Wie gestern bereits angekündigt, saßen die EU-Verbraucherminister heute zusammen um über eine neue Lebensmittel-Kennzeichnung zu entscheiden. Was dabei beschlossen werden sollte, war eigentlich vorher bereits klar, fraglich war nur, ob auch wirklich alle dafür stimmen - jetzt ist es raus...
Unter dem hehren Ziel dem Übergewicht den Kampf anzusagen, haben heute die EU-Verbraucherminister eine verpflichtende Kennzeichnung der Nährwerte auf Lebensmittelverpackungen beschlossen. Heißt: Auf jedem Lebensmittel sollen künftig die kcal ausgewiesen werden, zusätzlich muss dem Verbraucher mitgeteilt werden, wieviel Zucker, Fett, Salz oder Eiweiß ein Produkt /100 g enthält.
Auch die vorher vereinbarte Kennzeichnung von koffeinhaltigen Produkten mit einem Warnhinweis für Schwangere und Kinder wurde verabschiedet.
Allergie auslösende Stoffe wie Nüsse oder Gluten müssen künftig erstmals auch bei unverpackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden (bleibt zu befürchten, dass lose Eier bald mit einem Hinweis "enthalten Ei" versehen werden).
Auch keine Überraschung ist, dass die von Verbrauchern und Verbraucherschützern geforderte Nährwertampel endgültig vom Tisch ist.
Mogelschinken und Analogkäse müssen künftig deutlicher gekennzeichnet werden, so muss auf ersterem bspw. stehen "Formschinken" und auf letzterem "Käse aus pflanzlichen Ölen".
In Kraft treten die neuen Regeln übrigens erst dann, wenn das Europaparlament nächstes Jahr im Juni zugestimmt hat - das gilt allerdings als ziemlich sicher. Für die Lebensmittelhersteller folgt dann noch eine Frist für die Umstellung: Sie haben dann noch drei Jahre Zeit für die Umsetzung. Kleinere Produzenten mit einem Umsatz von unter fünf Mio. € und weniger als 100 Mitarbeitern müssen die Umstellung sogar erst in fünf Jahren vollzogen haben. Es ist also davon auszugehen, dass die meisten Verpackungen erst im Sommer 2014 neu gekennzeichnet sein werden.
Montag, 6. Dezember 2010
EU beschließt neue Lebensmittelkennzeichnung
Geschrieben von Melanie
um
16:14 Uhr
in Lebensmittel & Recht
Kommentar (1)
| Trackback (1)
Morgen ist es soweit, die EU-Verbraucherminister beschließen die neue Lebensmittelkennzeichnung, die dann einheitlich für alle Mitgliedsstaaten regelt, wie und vor allem auch was auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden muss. Ziel ist ein erweiterter Verbraucherschutz, der dem Konsumenten eine umfassendere Produktinformation gewährleistet und das "Schönen" von Produkten erschwert. Folgende Punkte sollen beschlossen werden:
- Die Tabelle für die Angabe des Nährstoffgehaltes soll Pflicht werden.
- Für Etiketten soll eine Mindestschriftgröße festgelegt werden.
- Lebensmittelimitate wie Mogel-Schinken oder Analog-Käse müssen künftig deutlich gekennzeichnet werden
- Auch unverpackte Lebensmittel müssen künftig eine Kennzeichnung der enthaltenen Allergene aufweisen
- Koffeinhaltige Lebensmittel, wie Energy-Drinks, sollen deutlicher gekennzeitnet werden und so eine Warnung für Schwangere und Kinder
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte gegenüber der Bild-Zeitung, dass Verbraucher besser vor Täuschungen geschützt werden sollen. So ist ab Januar ist bereits der Begriff "naturidentische Aromastoffe" (nichts weiter als die aufgehübschte Bezeichnung künstlicher Aromastoffe) verboten. Wenn es nach Aigner geht, soll vor allem auch eine verstärkte Kennzeichnung von regionalen Produkten vorgenommen werden. Die Verbraucher sollen die Möglichkeit haben zu erkennen, wo beispielsweise ein Tier gelebt hat und wie es gehalten wurde. Geplant ist jedoch nur die Kennzeichnung der Herkunft im Sinne des Verpackungsortes.
Mittwoch, 24. November 2010
Befriedigend für Bauers Wikinger Joghurt Erdbeere
Geschrieben von Melanie
um
11:28 Uhr
in Getestet
Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Während es früher eigentlich nur Fruchtzwerge und vielleich noch Rotbäckchen und Sanostol als "Kinderlebensmittel" gab, wird dieser Markt mittlerweile bestens von Industrie und Handel erschlossen. Immer mehr Lebensmittel, die speziell für Kinder entwickelt wurden, erobern die Supermarktregal. Doch wer allen Ernstes davon ausgeht, dass es sich hierbei um ernährungsphysiologisch speziell auf den Organismus von Kindern zugeschnittene Produkte handelt, täuscht. Produkte für Kinder zeichnen sich vorrangig durch besonders bunte Verpackungen, gerne mit Comic-Charakteren verziert aus. Die Produkte sind "wohlriechend" aromatisiert, zuckersüß und gern mit Hilfe von Farbstoffen auch noch "appetitlich" eingefärbt. Auf dass das Kinderauge beim Einkaufen auf jeden Fall daran hängen bleibt und die Mutter, der suggeriert wird, dass es sich hierbei um ein gesundes und wertvolles Produkt handelt, solange malträtiert werden kann, bis Fruchttiger & Co. auch ja im Einkaufswagen landen.
Mit dem Wikinger Joghurt von Bauer ist jetzt ein weiteres Produkt für Kinder auf den Markt gekommen, das von Ökotest (Novemberheft) auch gleich unter die Lupe genommen wurde. Das Ergebnis ist nur wenig überraschend: Top Geschmack und einwandfrei hinsichtlich der Belastung mit Keimen, wurden dem Produkt Punkte abgezogen, da es zum einen mit Aromen versetzt wurde und es zum anderen einen recht hohen Zuckergehalt hat. Darüber hinaus gab es Punktabzug für den niedrigen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Laut Ökotest lässt sich daran erkennen, dass die milchgebenden Kühe viel Kraftfutter bekommen, aber nur selten Grünfutter gesehen haben. Alles in allem kommen die Tester zu einem "befriedigend" als Gesamturteil.
Für den 125 g Becher haben die Tester übrigens gerade mal 0,29 € bezahlt - wir fragen uns, ob Eltern oder Verbraucher im Allgemeinen nicht durchaus auch bereit wären, 0,59 € für ihren Joghurt zu bezahlen, wenn dafür die Kühe und Milchbauern ein wenig glücklicher wären und auf die Aromen zugunsten von Früchten verzichtet würde. Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie das tun würden. Und bestimmt nicht nur dann, wenn es um's Wohl ihrer Kinder geht.
Sonntag, 21. November 2010
Ökotest testet Alpro Soya Natur mit Joghurtkulturen ungenügend getestet.
Geschrieben von Melanie
um
11:09 Uhr
in Getestet
Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
Ökotest hat im Novemberheft unter anderem Alpro Soya Natur mit Joghurtkulturengetestet und für ungenügend befunden. Die Tester begründeten dieses Urteil unter anderem mit dem Nachweis von gentechnisch verändertem Soja, obwohl das Produkt als "gentechnikfrei" gekennzeichnet wird. Weitere Abzüge erhielt das Produkt für PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Deckel, den Zusatz von Aromen und die Anreicherung mit Calcium und den Vitaminen B12 und D. Letzteres wird nicht weiter begründet.
Positiv beurteilt wird der Geschmack ("Soja mit einer leicht süßen, mild säuerlichen, joghurtähnlichen Note"). Keime oder Pestizide wurden nicht nachgewiesen. Dennoch kommt das Produkt in der Gesamtnote nur auf "ungenügend".
Mittwoch, 15. September 2010
Rückruf: Coop ruft Moules Marinière-Miesmuscheln zurück
Geschrieben von Melanie
um
10:20 Uhr
in Rueckrufe
Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Coop Schweiz hat einen Rückruf für Moules à la Marinière aus Spanien in 1-kg-Schale in der Selbstbedienung herausgegeben. Der Artikel wurde aufgrund einer Meldung des französischen Gesundheitsministeriums vorsorglich für den Verkauf gesperrt. Die Muscheln können ein natürlich vorkommendes Algen-Toxin aufweisen und dadurch möglicherweise zu Übelkeit und Durchfall führen. Kunden, welche die Muscheln oder Restbestände davon zu Hause haben, werden gebeten diese in ihre Verkaufsstelle zurück zu bringen. Der Verkaufspreis wird zurückerstattet.
Betroffen ist der Artikel mit folgender Kennzeichnung: Moules à la Marinière, Prêtes à cuire, Herkunft Spanien, Verkaufspreis Fr. 13.90 in 1-kg-Schale (Selbstbedienung). Ware aus Holland ist nicht betroffen.
Dem Coop Konsumentendienst liegen bis jetzt keine Meldungen über gesundheitliche Beeinträchtigungen vor.
Der Artikel ist bereits für den Verkauf gesperrt. In sämtlichen Verkaufsstellen wurde der Verkauf des betroffenen Artikels eingestellt. Weitere Informationen gibt es beim Coop Konsumentendienst unter der (0041) (0)848 888 444.
Freitag, 10. September 2010
Schmeckt’s Ihnen noch? Wirklich? So richtig?
Geschrieben von Melanie
um
10:34 Uhr
in Buchtipp
Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Wissen Sie noch, wie man einen richtigen Eintopf kocht? Linsensuppe zum Beispiel? Von der Brühe an – ohne dafür eine Dose zu öffnen oder einen Brühwürfel zu entpellen? Ehrlich gesagt, ich wusste es lange nicht. Bis ich eines Abends vor meinem Maggi Linseneintopf gesessen habe und mir nichts sehnlicher gewünscht habe, als endlich noch mal einen Teller von Omas Eintopf vor mir stehen zu haben. Schnibbelbohnen. Oder doch Linsen? Oder Graupen? Reissuppe! Echte Reissuppe mit Huhn! Und da sitzt man dann und stochert in der Dosensuppe rum und kommt sich plötzlich ganz verloren vor, denn die Oma ist schon lange tot und beim Kochen hat man ihr irgendwie nie so recht aufgepasst. Und eigentlich war das ja auch nie schlimm, denn eigentlich ist doch alles ganz einfach so lange man eine Tüte, eine Dose, einen Würfel aufmachen und zubereiten kann. Oder etwa nicht?
Plötzlich schmeckt’s nicht mehr. Denn was ist da überhaupt drin? Wieso ist das so lange haltbar und schmeckt es nicht alles irgendwie gleich? Kann das sein? Sollten halbwegs natürlich verarbeitete Produkte nicht immer auch ein wenig unterschiedlich schmecken? Schließlich schmecken doch auch zwei Äpfel von einem Baum nie exakt gleich. Wieso schmeckt dann der Tiefkühl-Apfelkuchen immer genau gleich. Das ist doch gepfuscht oder?
Im großen und ganzen sind wir ganz schön bequem geworden, alles ist immer und überall möglich und muss nicht kompliziert sein! Doch das hat seinen Preis. Natürlich kann man alles einfach machen – Suppe, Soße, Pudding oder Waffeln aus einem Pulver anrühren. Aber mal unabhängig davon, dass das einfach nicht so schmeckt, wie es schmeckt, wenn man sich die Mühe mal es selbst zuzubereiten – haben Sie sich mal bewusst gemacht, was es braucht um aus Pulver und ein bisschen Wasser eine Hühnersuppe zu machen? Das ist nicht nur nicht lecker!
Ernährungsexpertin Eva Goris hat für ihr Buch "Schmeckt’s noch?" ein wenig genauer hingeschaut und fragt direkt zu Beginn: "Warum sind wir so sparsam, wenn’s ums Essen geht?" Hauptsache billig, das scheint tatsächlich sowohl beim Einkaufen als auch beim Restaurantbesuch die Maxime zu sein. Viel Essen für wenig Geld, besser geht´s eigentlich kaum. Oder doch?
Eva Goris sieht das nicht so und sie zeigt eindringlich auf, warum wir hier auch umdenken sollten. Welche Folgen "immer mehr und immer billiger" nicht nur für die Tierwelt sondern auch ganz schlicht und ergreifend für unsere Gesundheit haben kann. Dabei macht sie auch ganz einfach klar, warum besser nicht automatisch teurer sein muss. Denn überlegen sie doch mal, wie viel Essen Sie häufig wegwerfen, weil Sie einfach zu viel gekauft haben. Also einfach ein klein bißchen weniger einkaufen und dafür ein bißchen mehr ausgeben und sie sind bei den gleichen Kosten für bessere Qualität!
Goris’ Buch kann man durch aus als eine Anleitung zum Umdenken verstehen, als Helfer zu nachhaltigerem Handeln für den Hausgebrauch. Denn ganz ehrlich, wir können so lange auf der Industrie rumhacken, wie wir möchten, schlussendlich werden die Produkte produziert, die auch gekauft werden. Oder glauben Sie, dass Aldi neuerdings Bio verkauft, weil die Geschäftsführung gern möchte, dass die Kunden Bio kaufen? Unser Handeln beeinflusst nachhaltig was Handel und Industrie in die Regale stellen, also können wir auf diese Art durchaus Einfluss nehmen; beispielsweise auf die Massentierhaltung, durch die bewusste Entscheidung für Biofleisch!
Auf rund 300 Seiten kann Goris natürlich nicht jeden Skandal und jedes Lebensmittel bis ins kleinste Detail beleuchten, aber Sie schafft es auf durchaus anregende Art und Weise Denkanstöße zu liefern. Der nächste Gang in den Supermarkt fällt da definitiv ein wenig bedachtsamer aus. Und das ist doch schon mal ein guter Anfang oder?
Eva Goris
Schmeckt’s noch? – Die Wahrheit über die Praktiken der Lebensmittelindustrie.
303 Seiten
Droemer/Knaur Verlag
ISBN: 978-3426779842
9,95 €
Eine Leseprobe gibt`s hier (PDF).
Wer über Lebensmittel hinaus gern noch mehr über die Qualität unserer Produkte erfahren will, dem sei neben „Schmeckt’s noch“ auch noch „Die Qualitätslüge – Einkaufen mit Nebenwirkungen“ von Sabersky und Zittlau ans Herz gelegt.
Annette Sabersky, Jörg Zittlau
Die Qualitätslüge: Einkaufen mit Nebenwirkungen
304 Seiten
Droemer/Knaur Verlag
ISBN: 978-3426782125
8,95 €
Und auch hier (PDF) gibt's eine Leseprobe.
Übrigens, so ein selbstgemachter Eintopf ist alles andere als kompliziert. Sie brauchen nicht mehr als einen Bund Suppengemüse, ein bisschen Suppenfleisch, etwas Salz, eine Einlage nach Wahl und ein bisschen Zeit das ganze vor sich hinköcheln zu lassen. Und richtig gut schmeckt er natürlich erst am zweiten Tag! Ganz wie früher.
Donnerstag, 9. September 2010
Dem Essen wird häufig eine zu geringe Aufmerksamkeit geschenkt
Geschrieben von Melanie
um
14:07 Uhr
in 5 Fragen an...
Kommentare (0)
| Trackbacks (0)

Stephanie Kissing ist DGE zertifizierte Diplom-Oecotrophologin und seit 2006 auch als selbstständige Pilates-Trainerin tätig. Sie setzt sich tagtäglich damit auseinander, wie wir uns ernähren und versucht ihren Kunden dabei zu helfen, mit dem inneren Schweinehund in Einklang zu kommen, auf ihren Körper zu hören, und wieder zu lernen, was sie eigentlich wirklich brauchen. Das ist zwangsläufig nicht immer ganz leicht, liegt eine der großen Herausforderungen doch darin, die Anforderungen des Alltags mit den eigenen Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Wir haben uns mit Stephanie Kissing über Ernährung unterhalten und dabei einige wirklich gute Denkanstöße bekommen. Sehen Sie selbst!
1) Liebe Frau Kissing, wir lesen immer häufiger, dass die Deutschen immer dicker werden, teilen Sie diese Meinung?
Ja, die Verbreitung von Übergewicht hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Deutschland sondern weltweit stark zugenommen. Weltweit gilt Adipositas als das am schnellsten wachsende zentrale Gesundheitsproblem. Die WHO spricht von einer „globalen Adipositasepidemie“. Die Zunahme von Adipositas und schwerwiegenden Folgekrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychosoziale Problemen haben weitreichende soziale und ökonomische Konsequenzen für das Gesundheitssystem.
2) Gibt es ein grundlegendes Problem, mit der Art wie wir uns heute ernähren? Ist es heute zu einfach sich „nebenbei“ zu ernähren? Oder haben wir verlernt, was gut für uns ist?
In der Regel bestehen die Herausforderungen des Alltags heutzutage darin, viele verschiedene Anforderungen und Rollen zu erfüllen und miteinander zu vereinbaren. Dem Essen wird häufig eine zu geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Die Zubereitung muss schnell gehen und häufig bleibt zu wenig Zeit für den Genuss. Der Rhythmus der Mahlzeiten geht mehr und mehr verloren und damit auch das soziale Miteinander, dass damit verbunden ist. Sicher gibt es da auch Ausnahmen, aber dieser Trend ist zu beobachten.
Zu wenig Bewegung im Alltag spielt außerdem eine Rolle. Im Grunde geht es da um Körperwahrnehmung und die Wahrnehmung von Bedürfnissen. Wichtig ist es sich Inseln zu schaffen, sich Zeit zu nehmen für die wesentlichen Dinge und für sich und seine Liebsten zu sorgen. Dazu gehört eben auch die Zubereitung von Nahrung und der Genuss des Essens.
3) Worauf sollte jemand achten, der sich gut oder besser ernähren möchte und wie wichtig ist Sport?
Sport, insbesondere regelmäßiges Ausdauertraining, ist natürlich sehr zu empfehlen. Schon drei Mal pro Woche eine halbe Stunde zu joggen oder zu schwimmen kann einiges bewirken. Body-Mind-Techniken, wie beispielsweise Pilates können hier eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Aber auch kleinere Veränderungen machen sich durchaus bemerkbar. Zum Beispiel mal öfter mit dem Fahrrad zu fahren und das Auto stehen zu lassen oder Treppen steigen statt Rolltreppe fahren. Durch regelmäßiges Training wird Muskelmasse aufgebaut, Fettmasse abgebaut und die Ausdauer erhöht. Die Körperwahrnehmung und damit auch die Wahrnehmung von Bedürfnissen verbessert sich. Die kompensatorische Komponente des Essens tritt so in den Hintergrund.
Das Rezept für eine gesunde Ernährung ist nach wie vor recht simpel: bunt, frisch, von allem etwas und von keinem zuviel, so wenig verarbeitet wie möglich, so viel bearbeitet wie nötig und alles mit Maß und Ziel. Eine gute Orientierung bietet die Ernährungspyramide der DGE und des aid.
4) Kann Ihrer Meinung nach ein System wie die Nährwertampel oder die GDA-Kennzeichnung eine nützliche Hilfestellung für eine bessere Ernährung sein?
Grundsätzlich beziehen sich diese Kennzeichnungsmodelle auf verpackte Lebensmittel, in der Regel also Fertigprodukte. Gerade die Grundnahrungsmittel, die wir empfehlen, würden also gar keine Kennzeichnung tragen. Es stellt sich also die Frage ob die Kennzeichnung wirklich zu einem „gesünderen“ Kaufverhalten beitragen kann. Der Ernährungsbildung kommt da meines Erachtens eine bedeutend wichtigere Rolle zu. Sicher ungünstig wären hohe Investitionen in die Kennzeichnung, die an anderer Stelle, zum Beispiel der Ernährungsbildung fehlen.
5) Ernährung hat viel mit Gewohnheiten zu tun, gibt es einen ultimativen Tipp, wie man den inneren Schweinehund besiegen kann?
Ja, gar nicht erst damit zu beginnen gegen ihn zu kämpfen sondern ihn zu streicheln, mit ihm zu sprechen und vor allem zuzuhören, was er eigentlich braucht. Denn oft ist das ja gar nicht das übermäßige Essen selbst, sondern es sind die unerfüllten Bedürfnisse, die dahinter stecken. Und dann gilt es sich nach Alternativen umzuschauen.
Mehr über Stephanie Kissing:
Stephanie Kissing ist Diplom Oecotrophologin und Ernährungsberaterin/DGE. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Ernährung bei Sport, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Veröffentlichungen in verschiedenen Printmedien, Funk und Fernsehen ergänzen ihre Beratungstätigkeit. Im Anschluss an ihr Studium absolvierte sie ihre Ausbildung zur zertifizierten Pilates-Instruktorin-Matwork bei Polestar Pilates Deutschland – einem der führenden Ausbilder in der Methode. Seit August 2006 unterrichtet sie in Bonn Pilates in Kooperation mit diversen Anbietern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch unter: Pilaterra.com
Mittwoch, 8. September 2010
Saft ist nicht gleich Saft – wissen Sie, was Sie trinken?
Geschrieben von Melanie
um
11:22 Uhr
in Lebensmittel & Recht
Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
Die Deutschen sind Weltmeister im Safttrinken. Niemand trinkt mehr pro Kopf und Jahr. Dabei geht dem deutschen Verbraucher nichts über Orangen- oder Apfelsaft. Beide stehen ungeschlagen an der Spitze der Beliebtheitsskala. Doch wissen Sie eigentlich, was Sie trinken? Den Saft ist tatsächlich nicht gleich Saft. Die deutsche Fruchtsaftverordnung weist hier den Weg und hilft die verschiedenen Varianten zu unterscheiden:
Fruchtsaft
Fruchtsaft ist das reine und unverdünnte Produkt, das aus einer oder mehreren Sorten gesunden und reifen Früchten gewonnen wird – frisch oder durch Kälte haltbar gemacht. Der Saft hat die für diese Sorte(n) charakteristische Farbe, das Aroma und den entsprechenden Geschmack. Aromen, Fruchtfleisch und Zellen, die aus diesen Früchten stammen und die bei der Verarbeitung abgetrennt wurden, dürfen später wieder hinzugefügt werden.
Dem Fruchtsaft dürfen keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe hinzugefügt werden.
Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat
Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat, ist die Sorte, die bei uns am häufigsten vorkommt. Hierfür werden Fruchtfleisch, Aromen und Saft voneinander getrennt und dem Saft wird das Wasser entzogen. Das Konzentrat wird später wieder mit Wasser (das unter chemischen, mikrobiologischen und organoleptischen Gesichtspunkten geeignet sein muss) Aromen, Zellen und Fruchtfleisch aufgefüllt. Der Vorteil dieses Produktes ist, dass sich leichter größere Mengen dieses Produktes auch über weitere Strecken transportieren lassen.
Auch dem Fruchtsaft aus Konzentrat dürfen keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe hinzugefügt werden.
Fruchtsaft als Direktsaft
Direktsaft wird industriell nicht so stark verarbeitet und dass lassen sich die Hersteller in der Regel auch etwas kosten. Direktsaft wird in der Regel im Herstellungsland eingefroren und dann im Vertriebsland vom Abfüller wieder schonend aufgetaut und abgefüllt. Geschmacklich lassen sich hier zwar durchaus Unterschiede feststellen, aber was den Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen angeht, unterscheidet sich Direktsaft kaum vom normalen Fruchtsaft oder dem Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat.
Fruchtnektar
Als Fruchtnektar werden in der Regel Säfte aus Sorten vertrieben, die entweder sehr sauer oder sehr säurearm und sehr aromatisch sind und die daher zum unmittelbaren Genuss nicht geeignet sind. Dazu zählen zum Beispiel schwarze Johannisbeeren oder Bananen. Fruchtnektare müssen je nach Sorte 25 – 50% Frucht enthalten, die restlichen Bestandteile sind in der Regel Wasser und Zucker oder Zuckeraustauschstoffe. Der erforderliche Fruchtgehalt variiert von Sorte zu Sorte und wird in der Fruchtsaftverordnung, Anlage 5 genau geregelt.
Konzentrierter Fruchtsaft/ Fruchtsaftkonzentrat
Für Fruchtsaftkonzentrat wird dem Saft aus einer oder mehreren Fruchtarten ein bestimmter Teil des natürlich enthaltenen Wassers entzogen. Ist das Produkt für den direkten Verbrauch bestimmt, müssen mindestens 50% des Wassers entzogen werden.
Getrockneter Fruchtsaft/ Fruchtsaftpulver
Fruchtsaftpulver wird gewonnen indem dem Saft von einer oder mehreren Fruchtarten nahezu 100% des natürlich vorkommenden Wassers entzogen werden.
Und dann gibt’s da noch... Fruchtsaftgetränke
Die gehören eigentlich schon gar nicht mehr zu den Fruchtsaftprodukten. Der Fruchtgehalt beträgt in der Regel zwischen 6 und 30%. Dazu kommen Wasser, Aromen, Zucker oder Zuckeraustauschstoffe. Daher werden Fruchtsaftgetränke als Erfrischungsgetränke behandelt.
Generell gilt:
- Als Frucht im Sinne der Fruchtsaftverordnung gelten alle Früchte mit Ausnahme von Tomaten.
- Jede Form von Fruchtsaft die in Tüten oder Flaschen verkauft wird, ist pasteurisiert. Das Produkt wird kurz auf 60 – 90°C erhitzt um Keime abzutöten. Es handelt sich hierbei um das gleiche Verfahren wie das, das auch bei Milch angewendet wird.
Bild: USDA photo by Scott Bauer. Image Number K7237-8 /Public Domain
Dienstag, 7. September 2010
Verbot für Diabetiker-Produkte einstimmig verabschiedet!
Geschrieben von Melanie
um
10:48 Uhr
in Lebensmittel & Recht
Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
Wie berichtet, hat der Bundesrat gestern darüber beraten, ob Diabetiker-Lebensmittel abgeschafft werden sollen, da sie anscheinend keinen nachweislichen Nutzen haben. Jetzt ist es beschlossene Sache. Der Bundesrat hat gestern einstimming die "sechzente Verordnung zur Änderung der Diätverordnung" beschlossen und diese wird die Abschaffung der Produkte zur Folge haben. Inkraft tritt die Verordnung allerdings erst, wenn auch der Gesundheitsausschuss des Bundesrates und das Plenum am 24. September der Entscheidung folgen. Dies gilt allerdings als so gut wie sicher.
Bis zur Endgültigen Marktbereinigung wird den Herstellern eine Übergangsfrist bis 2012 gewährt. Dann müssen alle Diabetiker-Lebensmittel aus den Regeln verschwunden sein.
Montag, 6. September 2010
Endgültiges Aus für Diabetiker-Produkte?
Geschrieben von Melanie
um
10:27 Uhr
in Ernaehrung
Kommentare (0)
| Trackback (1)
Der deutsche Bundesrat (Ausschuss für Agrarpolitik und Verbrauchersschutz) berät heute unter anderem über eine Änderung der Diätverordnung (PDF), die zur Folge haben könnte, dass Diabetiker-Produkte ganz abgeschafft werden. Diese Entscheidung gilt als so gut wie sicher.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft setzt sich bereits seit Jahren dafür ein, dass die speziellen Diabetiker-Produkte abgeschafft werden, da ein wirklicher Nutzen für die Betroffenen nicht nachweisbar ist. Die Produkte wurden ursprünglich zur Verbesserung der Blutzuckerwerte von Diabetikern eingeführt. Zu diesem Zweck wurden Produkte entwickelt, bei denen der enthaltene Zucker durch Zuckeraustauschstoffe ersetzt wird. Sie gelten daher als besonders kalorienarm. Allerdings ist eher das Gegenteil der Fall, viele Diabetiker Lebensmittel haben einen hohen Anteil an Fett und weiteren energiereichen Stoffen, was in der häufig dazu führt, dass sie deutlich kalorienreicher sind als „normale“ Produkte. Verbraucherschützer fordern daher bereits seit geraumer Zeit, dass die Kennzeichnung als „Diabetiker-Lebensmittel“ aufgehoben wird. Beim Verbraucher entstehe der Eindruck, dass es sich um ein diätisches Lebensmittel handle, was jedoch definitiv nicht der Fall sei.
Für die Hersteller würde das Aus für Diabetiker-Produkte eine herbe Einbuße bedeuten, denn der Verkauf dieser Produkte ist mehr als lukrativ, nicht zuletzt, weil Verbraucher für Diabetiker Produkte häufig ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen, als für „normale“ Produkte.
Aktuell ist damit zu rechnen, dass die Umstellung schrittweise bis 2012 erfolgt. Denn nicht nur die Unternehmen müssen sich, ihre Produkte, Verpackungen und Rezepturen einstellen, auch auf Diabetiker, die ihre Insulinmengen auf diese Produkte abgestimmt haben, müssen sich neu einstellen.
Laut n-tv.de sieht die Deutsche Diabetes Gesellschaft in dieser Änderung eine große Chance für mehr Transparenz im Sinne der Patienten. Laut DDG sollten sich Hersteller, denen es wirklich um das Wohl der Betroffenen geht, um eine nachvollziehbare Kennzeichnung der Nährwerte von Lebensmitteln bemühen, da diese erforderlich ist, damit ein Diabetiker sein Insulin korrekt dosieren kann.



Kommentare
Florian H. zu Heute schon CI 77891 gegessen?
am Dienstag, 28.08.2012 um 08:37 Uhr:
Habe gestern für meinen Sohn p ulmoll zitrone gekauft. Hab zu Hause nochmals alles durch ge sehn. Da haben sie doch [...]
Baby / Kinder Blog zu Vorsicht beim Genuss von Energy-Shots!
am Mittwoch, 22.08.2012 um 09:09 Uhr:
Es ist eigentlich eine Selbstv erständlichkeit: Kinder b ekommen keinen Kaffee. Das ist meist nicht schwer durc [...]
maju zu Die beste Erfindung seit dem elektrischen Currywurstschneider
am Sonntag, 29.07.2012 um 18:40 Uhr:
Ein Döner Schneide Roboter! Ich liebe meine Spezies!