Artikel mit Tag Ampelkennzeichnung
Montag, 3. August 2009
Frosta macht Ernst und kennzeichnet Ampelwerte.
Geschrieben von Melanie
um
10:53 Uhr
in Ernaehrung, Handel
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Nach dem Frosta Anfang Juni in die Offensive ging und ankündigte die "Ampel" exemplarisch auf vier Produkten testen zu wollen, macht das Unternehmen jetzt ernst und führt die farblich hinterlegte Kennzeichnung für Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz auf Bami Goreng, Hähnchen Geschnetzeltem, Wok Mango-Curry und Wildlachs Blattspinat in Blätterteig ein.
Das Unternehmen hatte im Vorfeld viel Zustimmung aber auch viel Kritik erfahren und hat sich jetzt entschieden, die Ampel zu testen, so lange es keine gesetzliche Entscheidung gibt. Sollte diese auch weiterhin auf sich warten lassen, wird Frosta laut Stiftung Warentest, die Ampel wieder fallen lassen.
Insgesamt scheint es um die Ampel aktuell nicht so gut bestelt zu sein. Wie Ende letzten Monats durch einen von Foodwatch beauftragten Gutachten (PDF) bekannt wurde, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die EU-Kommission sich dafür einsetzen wird, die Nährwert-Ampel grundsätzlich verbieten zu lassen.
Bleibt also abzuwarten, wie es weiter geht, mit der Ampelkennzeichnung. Die Industrie, die dem Vorstoß von Frosta im großen und ganzen nicht besonders positiv gegenübersteht, hofft derweil weiter auf eine "herstellerfreundlichere" Variante, da die Kennzeichnung in gut und schlecht ihrer Meinung nach zu einseitig und nicht realistisch ist. Hier daher noch mal der Hinweis auf das sehr lesenswerte Pro und Contra Ampel von Thilo Bode (Foodwatch) und Josef Sanktjohanser (Vorstandsmitglied der Rewe Group und Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels).
Bild: Frosta
Montag, 23. Februar 2009
Ampel hin. Ampel her.
Geschrieben von Melanie
um
11:14 Uhr
in Ernaehrung
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Um die "Ampel" als Lebensmittelkennzeichnung ist es derzeit schlecht bestellt. Nachdem die Konferenz der Verbraucherminister der Länder sich im letzten Herbst einstimmig für die "Ampel" ausgesprochen hat, stehen jetzt alle Zeichen auf Sturm. Ilse Aigner, Horst Seehofers Nachfolgerin als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist offenbar dagegen. Anfang des Monats sprach sie sich gegen die Ampel und für eine verbesserte Verbraucherinformation aus.
Foodwatch präsentierte ungefähr zu gleichen Zeit eine weitere Emnid-Umfrage, laut der 67% der Befragten für eine Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln sind. 64 % fordern einen deutschen Alleingang, falls die EU sich gegen die Ampel stellen sollte. In der vorangegangenen Umfrage im vergangenen September sprachen sich noch 84% der Befragten für die Ampel aus.
Angestoßen von Aigners Ablehnung der Ampel warfen die Grünen der Bundesregierung Untätigkeit in der Diskussion um die Lebensmittelkennzeichnung vor. Fraktionsvize Bärbel Höhn kritisierte, dass Aigner das Thema anscheinend aussitzen wolle und vorhabe die Bundestagswahl im September abzuwarten.
Der von Aigner einberufene runde Tisch brachte erwartungsgemäß keine echte Annäherung zwischen Verbraucherschützern und Industrie. Handel und Industrie forderten „Fakten statt Farbe“ während die Verbraucherschützer auf einer farblichen Codierung beharrten. Allerdings war man sich einig darin, dass es keinen nationalen Alleingang ohne die EU geben solle. Aigner schloss sich dem an und sagte, dass es in Deutschland nur eine freiwillige Lösung geben könne, solange das Verfahren auf EU-Ebene laufe. Damit führt sie die Linie ihres Vorgängers fort und unterstützt die von der Industrie geforderte freiwillige Kennzeichnung.
Für die Industrie fehlt die wissenschaftliche Grundlage für die farbliche Kennzeichnung von Lebensmitteln. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) äußerte sich wie folgt: "In dem konstruktiven Gespräch wurde deutlich, dass wissenschaftliche Grundlagen einer Farbkennzeichnung völlig fehlen und die Bewertung einzelner Lebensmittel unsinnig ist". Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft und spricht sich für eine sachliche Nährwertkennzeichnung aus, die es jedem ermöglichen soll, die für ihn richtigen Lebensmittel ohne Bevormundung auszuwählen.
Dem Gegenüber stehen die Krankenkassen, die Bundesärztekammer, der Bundeselternrat und die Verbraucherzentralen – sie sehen in der Ampel ein probates Mittel im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung. Laut Jörg-Dietrich Hoppe, dem Präsidenten der Ärztekammer, ist das Problem folgendes: "Sehr viele Menschen ernähren sich ungesund, weil sie gar nicht darüber informiert sind, wie hoch der Nährwert mancher Produkte ist. Eine klar verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln soll helfen, ein Produkt als gesund oder ungesund einzuordnen, um es besser mit anderen Produkten zu vergleichen." Die bislang von der Industrie vorgenommene Kennzeichnung von Fett, Zucker, Salz und Kalorien mit einer prozentualen Angabe des Anteils am Tagesbedarf wird von den Befürwortern der Ampel als in der Regel irreführend oder unverständlich abgelehnt.
SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar forderte derweil Aigner auf, sich bei Merkel entschieden für die Ampelkennzeichnung zur schnellen Einordnung von Lebensmitteln einzusetzen "Handeln Sie jetzt, Frau Aigner! Gescheitert ist die Kennzeichnung, anders als Sie behaupten, noch nicht." Aigner zeigt sich derweil wenig überzeugt: "So überzeugend ist das rot-gelb-grüne Farbschema doch gar nicht. Vollkornbrot zum Beispiel würde mit einem roten Punkt gekennzeichnet, während Weißbrot einen gelben bekäme. Das ist doch absurd."
Die EU-Entscheidung zum Thema Ampel ja oder nein, wird im Mai erwartet.
Dienstag, 3. Februar 2009
Die Grünen werfen der Bundesregierung Untätigkeit in der Diskussion um die Lebensmittelkennzeichnung vor.
Geschrieben von Melanie
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09:23 Uhr
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Die Grünen im Bundestag werfen der Bundesregierung Untätigkeit in der Diskussion um eine Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln vor. Die Einführung einer sogenannten Ampellösung werde verschleppt, kritisierte Fraktionsvize Bärbel Höhn in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) müsse in dieser Frage endlich Farbe bekennen.
Vor einem für Dienstag geplanten Spitzengespräch im Verbraucherschutzministerium, an dem Verbraucherschützer und Vertreter der Lebensmittelindustrie teilnähmen, erwarte sie keine Lösung, sagte Höhn. «Offenbar will Aigner das Thema aussitzen und die Bundestagswahl im September abwarten», vermutete sie.
Höhn forderte erneut, dass auf Lebensmittelverpackungen nach britischem Vorbild der Anteil der Nährwerte Salz, Zucker und Fett in den Ampelfarben rot, gelb und grün kenntlich gemacht wird. Die sogenannte Ampel löse zwar nicht alle Probleme beim verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln. «Sie wäre aber gute Orientierung für die Verbraucher, gerade bei verarbeiteten Lebensmitteln», betonte Höhn. Nun müsse die Bundesregierung endlich handeln und die Kennzeichnung verbindlich einführen.
via ddp/roy
Montag, 2. Februar 2009
Aigner stellt sich gegen die Ampelkennzeichnung und forciert eine Kennzeichnung auf Basis der GDA-Werte.
Geschrieben von Melanie
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10:56 Uhr
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Berlin - Verbraucherministerin Ilse Aigner will am Dienstag mit Fachleuten über eine bessere Kennzeichnung von Fett, Zucker und Salz in Lebensmitteln beraten. Dies bestätigte ihr Ministerium am Samstag. Ob es dabei auch zu einer farblichen Kennzeichnung kommt, ist offen.
Der «Spiegel» hatte gemeldet, Aigner habe die von den Ländern geforderte sogenannte Ampel-Regelung abgelehnt. Eine Sprecherin des Agrarministeriums sagte dazu: «Wir setzen uns für eine verbesserte Verbraucherinformation ein.» Das sogenannte Eins-plus-vier-Modell des Ministeriums werde von der Wirtschaft bereits angewandt. Aigner habe aber keine Festlegung getroffen, ob die Verbraucher-Informationen vielleicht noch besser visualisiert werden könnten. «Darum wird es ja gerade am Dienstag in den Gesprächen gehen», sagte die Sprecherin.
Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag von Foodwatch sind 67 Prozent der Befragten für eine Ampel-Kennzeichnung der Lebensmittel, wie der «Spiegel» meldete. 64 Prozent fordern einen deutschen Alleingang, falls sich die EU sperren sollte.
Über die schematische Kennzeichnung der Nährstoffe in Rot, Gelb und Grün gibt es seit Jahren Streit. Aigners Vorgänger Horst Seehofer hatte eine Ampel-Regelung nach britischem Vorbild abgelehnt und stattdessen das «Eins-plus-vier-Modell» vorgelegt. Es gibt Auskunft über Energiegehalt von Lebensmitteln sowie die Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz. Seehofers Vorgabe war, dass diese Angaben in der Regel «in einheitlichen und wieder erkennbaren Symbolen» auf Verpackungen und Etiketten an prominenter Stelle zu finden sein sollen. Mindestens der Energiewert soll auf der «Schauseite» des Etiketts angegeben werden.
(c) AP
Montag, 19. Januar 2009
Ernährungspsychologen halten die Ampel für wirkungslos...
Geschrieben von Melanie
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16:42 Uhr
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...nicht nur das, Christopf Klotter, Ernährungspsychologe an der FH Fulda sieht in der einer verpflichtenden Ampelkennzeichnung sogar einen weiteren Schritt in Richtung einer essgestörten Gesellschaft. "Schließlich teilten insbesondere essgestörte Menschen Lebensmittel gerne in sehr gute, also gesunde Schlankmacher, und sehr ungesunde, also ungesunde Dickmacher auf". Bislang sei gänzlich ungeklärt, wie die Ampel auf Magersüchtige oder Bulimiker wirke, da es bislang an entsprechenden Studien mangle. Ebenso ungeklärt ist, ob die Ampel überhaupt einen Nutzen hat, ob die Deutschen damit tatsächlich dünner werden, oder zumindest ihr Gewicht halten können. Volker Pudel, Ernährungspsychologe in Göttingen ist sich sicher, dass kein nachhaltiger Effekt zu erwarten ist. Die Begründung dafür sieht er darin, dass die Menschen in der Regel wissen, was gut für sie ist, was gesund und was eher ungesund, dass jedoch meist die Motivation fehlt, ungesundes Verhalten zu ändern. Dagegen könne nur mit einer individuellen Ernährungsberatung angegangen werden. Bestätigt wird dies von einer Studie von Joachim Westerhöfer (PDF), Hochschule für angewandte Wissenschaft Hamburg. Die Kennzeichnung "gesund" oder "ungesund" hat demnach keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung. Im Kühlsch- oder Vorratsschrank landet, was man mag. Unabhängig davon, was die Vernunft davon hält.
Ein weiteres Problem ist, dass Übergewicht überproportional häufig bei sozial schwachen Familien vorkommt. Klotter ist sich sicher, dass von dieser Gruppe gesellschaftliche Normen als Ge- oder Verbote wahrgenommen werden, die genüsslich überschritten werden. "Das Verbot produziert quasi die Übertretung." Hinzu komme, dass die schwache Einkommensgruppen vorrangig sättigende Lebensmittel (Fettes und Süßes) wählen würden, während Obst und Gemüse dagegen vergleichsweise teuer seien.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich die Ernährungswissenschaft grade erst davon verabschiedet hat, "einzelne Stoffe und einzelne Lebensmittel als gesund oder ungesund zu propagieren. Knoblauch, Olivenöl und Wein gelten etwa nur innerhalb einer mediterranen Ernährung als gesund.[...] Speiseöle würden etwa bei der Ampel-Kennzeichnung mit vier roten Punkten versehen, obwohl sie auf einen gesunden Speiseplan gehören."
Sicher ist, dass Übergewicht weltweit ein immenses Problem ist, dem irgendwie entgegengetreten werden muss. Experten fordern daher auch von der Industrie mehr Unterstützung, beispielsweise in dem weniger Werbung für Kalorienreiches geschaltet wird. Japan greift jetzt als erstes Industrieland zu drastischen Mitteln und verordnet Sport und Diäten gegen Fettleibigkeit. Betroffene Japaner werden vom Staat auf Diät gesetzt und zu Sport verdonnert und müssen beim öffentlichen Pflichtwiegen ihre Erfolge demonstrieren. Für den Bauchumfang gibt es ein staatlich verordnetes Maximum, 85 cm für Männer, 90 für Frauen.



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