Artikel mit Tag Nährwertkennzeichnung
Mittwoch, 20. Januar 2010
Food 2030 - die britische Regierung setzt auf ein neues Ernährungsprogramm
Geschrieben von Melanie
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10:32 Uhr
in Ernaehrung
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Unter dem Namen "Food 2030" hat die britische Regierung Anfang des Jahres ein Ernährungsprogramm vorgelegt, das als Marschrichtung für die kommenden 20 Jahre gelten soll. Ziel ist es, positiven Einfluss auf die Ernährungsgewohnen und damit auf die Gesundheit der Insulaner zu nehmen.
"A number of challenges are facing the food system – rising population, diminishing natural resources and climate change. Alongside these, diet-related ill health continues to put a burden on the economy and society."
"Food 2030" richtet sich dabei sowohl an Gastronomie als auch an den Lebensmittelhandel und den Bereich "Take Away". Nach der Einführung der Ampel für verarbeitete Lebensmittel, soll "Food 2030" Verbrauchern verbesserte Informationen durch Hinweise auf Verpackungen und Speisekarten zur Verfügung stellen. Alle Mahlzeiten, die in Restaurants oder Take-Away Betrieben angeboten werden, müssen künftig mit eingehenden Informationen zum Nährwert versehen werden.
Bei Take Away ist eines der Ziele: Einschränkung des Salzkonsums. Das soll unter anderm durch kleinere Portionen erreicht werden. (Die Verbraucher werden sich freuen.) Darüber hinaus sollen natürlich auch der Konsum von Fett und Zucker reduziert werden.Die Ansprache von Kindern und Jugendlichen durch Lebensmittelwerbung soll künftig klar geregelt werden.
Gegenwehr ist natürlich auch schon in Sicht. So beklagt beispielsweise die Food and Drink Federation, dass die Veröfffentlichung von zu vielen Details den Verbraucher eher verwirrt, als dass er dadurch einen gesteigerten Nutzen hätte. Andere Organisationen hingehen beklagen, dass die Maßnahmen nicht hart genug sind.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Diabetiker-Produkte vor dem Aus?
Geschrieben von Melanie
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10:30 Uhr
in Ernaehrung
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Lebensmittel für Diabetiker werden mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt, so schreibt es die Diätverordnung vor. Mittlerweile ist man jedoch mehrheitlich der Ansicht, dass dies für Diabetiker keine Vorteile bringt. Im Gegenteil, laut dem Deutschen Diabetes Zentrum sind Lebensmittel für Diabetiker häufig deutlich fett- und kalorienreicher als „normale“ Lebensmittel. Daher ist anzunehmen, dass sie den Patienten eher schaden, als helfen.
Aus diesem Grund bereitet das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aktuell eine Neufassung der Diätverordnung vor, die bereits im kommenden Jahr Gesetz werden könnte.
Auch Diabetiker würden erheblich von einer erweiterten und vor allem einheitlichen Närhwertkennzeichnung profitieren. Über leicht verständliche Angaben zu Kalorien, Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett sowie zu Gesamtzucker, gesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Natrium oder Kochsalz könnte ihnen die Auswahl der für sie geeigneten Produkte deutlich erleichtert werden.
Montag, 18. Mai 2009
Noch eine Meinung zur Nährwertkennzeichnung
Geschrieben von Korinna
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10:24 Uhr
in Ernaehrung, Handel, Lebensmittel & Recht
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Das Wirrwarr um die Nährwertkennzeichnung scheint kein Ende nehmen zu wollen. Die Industrie ist für die GDA, die Verbraucherzentralen für die Ampel, soviel weiß man bereits. Jetzt kommt eine Position dazu, die bisher weniger Beachtung fand, die des Deutschen Bauernverbandes (DBV):
Von dessen Seite wird gefordert, Lebensmittel mit natürlichen Fettgehalten nicht „zu Unrecht an den Pranger“ zu stellen. Es sei nicht akzeptabel, naturbelassene Lebensmittel mit einem vergleichsweise hohen Fettgehalt von bis zu 4,2% (z.B. Milch), nicht mehr als „gesund“ bewerben zu dürfen. Unterstützt wird der DBV vom Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Gerd Lindemann.
Versucht man die ganze Debatte neutral zu betrachten, lassen sich für jeden Standpunkt nachvollziehbare Argumente finden. Fraglich bleibt weiterhin, welche Argumente in Brüssel am meisten überzeugen
.
Montag, 23. Februar 2009
Ampel hin. Ampel her.
Geschrieben von Melanie
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11:14 Uhr
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Um die "Ampel" als Lebensmittelkennzeichnung ist es derzeit schlecht bestellt. Nachdem die Konferenz der Verbraucherminister der Länder sich im letzten Herbst einstimmig für die "Ampel" ausgesprochen hat, stehen jetzt alle Zeichen auf Sturm. Ilse Aigner, Horst Seehofers Nachfolgerin als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist offenbar dagegen. Anfang des Monats sprach sie sich gegen die Ampel und für eine verbesserte Verbraucherinformation aus.
Foodwatch präsentierte ungefähr zu gleichen Zeit eine weitere Emnid-Umfrage, laut der 67% der Befragten für eine Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln sind. 64 % fordern einen deutschen Alleingang, falls die EU sich gegen die Ampel stellen sollte. In der vorangegangenen Umfrage im vergangenen September sprachen sich noch 84% der Befragten für die Ampel aus.
Angestoßen von Aigners Ablehnung der Ampel warfen die Grünen der Bundesregierung Untätigkeit in der Diskussion um die Lebensmittelkennzeichnung vor. Fraktionsvize Bärbel Höhn kritisierte, dass Aigner das Thema anscheinend aussitzen wolle und vorhabe die Bundestagswahl im September abzuwarten.
Der von Aigner einberufene runde Tisch brachte erwartungsgemäß keine echte Annäherung zwischen Verbraucherschützern und Industrie. Handel und Industrie forderten „Fakten statt Farbe“ während die Verbraucherschützer auf einer farblichen Codierung beharrten. Allerdings war man sich einig darin, dass es keinen nationalen Alleingang ohne die EU geben solle. Aigner schloss sich dem an und sagte, dass es in Deutschland nur eine freiwillige Lösung geben könne, solange das Verfahren auf EU-Ebene laufe. Damit führt sie die Linie ihres Vorgängers fort und unterstützt die von der Industrie geforderte freiwillige Kennzeichnung.
Für die Industrie fehlt die wissenschaftliche Grundlage für die farbliche Kennzeichnung von Lebensmitteln. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) äußerte sich wie folgt: "In dem konstruktiven Gespräch wurde deutlich, dass wissenschaftliche Grundlagen einer Farbkennzeichnung völlig fehlen und die Bewertung einzelner Lebensmittel unsinnig ist". Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft und spricht sich für eine sachliche Nährwertkennzeichnung aus, die es jedem ermöglichen soll, die für ihn richtigen Lebensmittel ohne Bevormundung auszuwählen.
Dem Gegenüber stehen die Krankenkassen, die Bundesärztekammer, der Bundeselternrat und die Verbraucherzentralen – sie sehen in der Ampel ein probates Mittel im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung. Laut Jörg-Dietrich Hoppe, dem Präsidenten der Ärztekammer, ist das Problem folgendes: "Sehr viele Menschen ernähren sich ungesund, weil sie gar nicht darüber informiert sind, wie hoch der Nährwert mancher Produkte ist. Eine klar verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln soll helfen, ein Produkt als gesund oder ungesund einzuordnen, um es besser mit anderen Produkten zu vergleichen." Die bislang von der Industrie vorgenommene Kennzeichnung von Fett, Zucker, Salz und Kalorien mit einer prozentualen Angabe des Anteils am Tagesbedarf wird von den Befürwortern der Ampel als in der Regel irreführend oder unverständlich abgelehnt.
SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar forderte derweil Aigner auf, sich bei Merkel entschieden für die Ampelkennzeichnung zur schnellen Einordnung von Lebensmitteln einzusetzen "Handeln Sie jetzt, Frau Aigner! Gescheitert ist die Kennzeichnung, anders als Sie behaupten, noch nicht." Aigner zeigt sich derweil wenig überzeugt: "So überzeugend ist das rot-gelb-grüne Farbschema doch gar nicht. Vollkornbrot zum Beispiel würde mit einem roten Punkt gekennzeichnet, während Weißbrot einen gelben bekäme. Das ist doch absurd."
Die EU-Entscheidung zum Thema Ampel ja oder nein, wird im Mai erwartet.
Montag, 19. Januar 2009
Ernährungspsychologen halten die Ampel für wirkungslos...
Geschrieben von Melanie
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16:42 Uhr
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...nicht nur das, Christopf Klotter, Ernährungspsychologe an der FH Fulda sieht in der einer verpflichtenden Ampelkennzeichnung sogar einen weiteren Schritt in Richtung einer essgestörten Gesellschaft. "Schließlich teilten insbesondere essgestörte Menschen Lebensmittel gerne in sehr gute, also gesunde Schlankmacher, und sehr ungesunde, also ungesunde Dickmacher auf". Bislang sei gänzlich ungeklärt, wie die Ampel auf Magersüchtige oder Bulimiker wirke, da es bislang an entsprechenden Studien mangle. Ebenso ungeklärt ist, ob die Ampel überhaupt einen Nutzen hat, ob die Deutschen damit tatsächlich dünner werden, oder zumindest ihr Gewicht halten können. Volker Pudel, Ernährungspsychologe in Göttingen ist sich sicher, dass kein nachhaltiger Effekt zu erwarten ist. Die Begründung dafür sieht er darin, dass die Menschen in der Regel wissen, was gut für sie ist, was gesund und was eher ungesund, dass jedoch meist die Motivation fehlt, ungesundes Verhalten zu ändern. Dagegen könne nur mit einer individuellen Ernährungsberatung angegangen werden. Bestätigt wird dies von einer Studie von Joachim Westerhöfer (PDF), Hochschule für angewandte Wissenschaft Hamburg. Die Kennzeichnung "gesund" oder "ungesund" hat demnach keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung. Im Kühlsch- oder Vorratsschrank landet, was man mag. Unabhängig davon, was die Vernunft davon hält.
Ein weiteres Problem ist, dass Übergewicht überproportional häufig bei sozial schwachen Familien vorkommt. Klotter ist sich sicher, dass von dieser Gruppe gesellschaftliche Normen als Ge- oder Verbote wahrgenommen werden, die genüsslich überschritten werden. "Das Verbot produziert quasi die Übertretung." Hinzu komme, dass die schwache Einkommensgruppen vorrangig sättigende Lebensmittel (Fettes und Süßes) wählen würden, während Obst und Gemüse dagegen vergleichsweise teuer seien.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich die Ernährungswissenschaft grade erst davon verabschiedet hat, "einzelne Stoffe und einzelne Lebensmittel als gesund oder ungesund zu propagieren. Knoblauch, Olivenöl und Wein gelten etwa nur innerhalb einer mediterranen Ernährung als gesund.[...] Speiseöle würden etwa bei der Ampel-Kennzeichnung mit vier roten Punkten versehen, obwohl sie auf einen gesunden Speiseplan gehören."
Sicher ist, dass Übergewicht weltweit ein immenses Problem ist, dem irgendwie entgegengetreten werden muss. Experten fordern daher auch von der Industrie mehr Unterstützung, beispielsweise in dem weniger Werbung für Kalorienreiches geschaltet wird. Japan greift jetzt als erstes Industrieland zu drastischen Mitteln und verordnet Sport und Diäten gegen Fettleibigkeit. Betroffene Japaner werden vom Staat auf Diät gesetzt und zu Sport verdonnert und müssen beim öffentlichen Pflichtwiegen ihre Erfolge demonstrieren. Für den Bauchumfang gibt es ein staatlich verordnetes Maximum, 85 cm für Männer, 90 für Frauen.
Montag, 1. Dezember 2008
DIHK lehnt Ampelkennzeichnung ab.
Geschrieben von Melanie
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15:03 Uhr
in Ernaehrung, Handel, Lebensmittel & Recht
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Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) lehnt den Verordnungsentwurf für die Ampelkennzeichnung als irreführend und unternehmensgefährdend ab.
"Als überflüssig und gefährlich kritisiert Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den Entwurf zur Lebensmittelkennzeichnungsverordnung.
DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben Wansleben: 'Ich warne davor, Ampelkennzeichnungen für Lebensmittelverpackungen einzuführen. Die Ampel, die allein nach Zucker-, Salz- und Fettgehalt in 'rot', 'gelb' und 'grün' kategorisiert, ist irreführend: So müssten gesunde Produkte wie zum Beispiel Halbfettmargarine, Avocados und Nüsse aufgrund ihres Fettgehalts rot gekennzeichnet werden.
Das Ergebnis ist ein massiver Eingriff in den Markt: Erfahrungen mit Ampelkennzeichnungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass rot markierte Produkte weniger gekauft werden, die Folge sind erhebliche Umsatzeinbußen bei den betroffenen Unternehmen.
Auch sollten die Nährwertangaben auf Lebensmitteln wie bewährt freiwillig bleiben. Für eine verpflichtende Regelung besteht kein Bedarf, da bereits zwei Drittel der Hersteller diese Angaben verwenden.
Völlig unverständlich ist zudem, dass die Kommission den Mitgliedstaaten gestatten will, noch über den Verordnungsstandard hinausgehende nationale Vorschriften einzuführen. Damit sind weitere Wettbewerbsverzerrungen voraussehbar, und der wichtigste Vorteil des EU-Binnenmarktes für Lebensmittel – nämlich gleiche rechtliche Vorgaben in ganz Europa – wird verspielt.'"
Überrascht sind wir eigentlich nicht wirklich ;)
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Muss i denn, muss i denn...
Geschrieben von Melanie
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13:13 Uhr
in Aus aller Welt
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Seehofer hin, Nährwertkennzeichnung her. Es hat sich ausgeseehofert. Zumindest was das Verbraucherministerdasein angeht. Tränchen vergiest er darum vermutlich nicht allzu viele ; ). Wir sagen: Herr Seehofer verlässt uns auf eigenen Wunsch. Er hat sich stets sehr bemüht die ihm übertragenen Aufgaben zu lösen. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft!
Montag, 22. September 2008
Seehofer lenkt ein.
Geschrieben von Melanie
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17:55 Uhr
in Ernaehrung
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Deutschland bekommt die Ampel. Oder zumidest sowas in der Art. Und verpflichtend und nicht mehr freiwillig. Aber erst, wenn keine andere Variante auf EU Ebene entschieden wird. Dann aber bestimmt.
Freitag, 19. September 2008
Herrn Seehofers persönliches Waterloo?
Geschrieben von Melanie
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11:10 Uhr
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Singen und tanzen wird er heute morgen vermutlich nicht. Summen vielleicht:
Waterloo - I was defeated, you won the war
Waterloo - promise to love you for ever more
Waterloo - couldn’t escape if I wanted to
Waterloo - knowing my fate is to be with you
Waterloo - finally facing my waterloo
My my, I tried to hold you back but you were stronger
Oh yeah, and now it seems my only chance is giving up the fight
(Abba, 1974: Waterloo)
Wie kurz von uns berichtet, war gestern der Tag der Tage für Horst Seehofer, auf der Konferenz der Landesverbraucherminister sollte über eine Ampelkennzeichnung für Deutschland entschieden werden. Hinreichend bekannt ist, dass Horst Seehofer aus verschiedenen Gründen kein großer Freund der Ampel ist, weniger bekannt war, was die Verbraucherminister der Länder so denken und wollen. Das ist jetzt um so klarer: Einmütig forderten die Länder gestern von Horst Seehofer eine verpflichtende Ampelkennzeichnung. Selbst die von der Union regierten Länder stimmten dafür und wendeten sich damit gegen den CSU-Politiker.
Laut Lebensmittelze
itung Online sprechen sich die "Länderressorts in 'abgestimmter Haltung' für eine verpflichtende
Kennzeichnung von Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und
Salz auf der 'Schauseite' der Verpackung aus. Dabei sollen die
absoluten Werte und der Anteil an der Referenzmenge in Prozentzahlen
genannt werden, heißt es. Der Anteil an der Referenzmenge sei 'zusätzlich grafisch darzustellen, die angegebenen Nährwerte auch
farblich'"
Das ist ein herber Rückschlag für Seehofer, der, wenn er auch kürzlich noch laut über eine mögliche farbliche Hinterlegung nachgedacht hat, nach wie vor auf Seiten der Industrie steht und sich für eine Nährwertkennzeichnung auf freiwilliger Basis ausspricht.
Während Foodwatch, wie gestern berichtet, mit Umfrageergebnissen des Instituts Emnid punktet, spricht sich der BLL, der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft weiterhin strikt gegen jedwede Form von Ampelkennzeichnung aus. Die LZ merkt weiter an, dass der einhellige Beschluss aus den Ländern Seehofer jetzt zwischen alle Stühle setzt. "Nach LZ-Informationen hat das Bundeskanzleramt nämlich mittlerweile die EU-Kennzeichnungspläne Seehofers ausgebremst. Danach soll sich der Politiker in Brüssel nicht mehr für die Farbe aus dem Fenster lehnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halte wenig von der Ampel, heißt es. Die offizielle deutsche Linie würde damit auf eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf der Grundlage "1 plus 4"-Models hinauslaufen - ganz im Sinne des Brüsseler Entwurfs zur Lebensmittelinformation."
Für alle die darauf gehofft haben, damit jetzt erstmal die Ernüchterung: Entschieden ist bislang gar nichts. Nur für Horst Seehofer, für den sieht es momentan nicht besonders gut aus.
Donnerstag, 18. September 2008
Ampel hin, Seehofer her.
Geschrieben von Melanie
um
17:30 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Weiter geht´s in Sachen Ampelkennzeichnung. Nachdem man sich in Brüssel, wie bereits mehrfach berichtet, momentan die Köpfe heiß diskutiert, hat Foodwatch in Deutschland eine Umfrage bei TNS Emnid beauftragt.
Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage zeigt, dass rund 84 % der Deutschen sich für die farbliche Pflichtkennzeichnung der Nährwertangaben für Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren auf Lebensmitteln aussprechen.Grade mal 14 % der Bundesbürger befürworten die von Minister Seehofer geforderte freiwillige Kennzeichnung.
Hintergrund der Veröffentlichung ist die heute stattfindende Konferenz der Landesverbraucherminister bei der unter anderem auch die von Horst Seehofer geforderte Variante diskutiert werden soll.
Laut Spiegel Online gilt es beinahe als sicher, dass die Landesminister sich für die verpflichtende Kennzeichnung aussprechen, ganz zum Unwillen von Horst Seehofer.
Dessen Weigerung ist ein Dorn im Auge von Foodwatch, denn die freiwillige Kennzeichnung führt, so die Verbraucherorganisation, lediglich zu einer weiteren Verunsicherung der Verbraucher. In ihren Augen ist die Ampel ein ideales Mittel um auf versteckte Zucker- oder Fettanteile aufmerksam zu machen. "Eine Nährwertkennzeichnung schützt die Verbraucher nur dann, wenn sie verpflichtend ist. Freiwillig werden die Hersteller nur solche Produkte kennzeichnen, die ohnehin unproblematisch sind", sagte Cornelia Ziehm von foodwatch. Am Beispiel von Ketchups und Salatsaucen, die foodwatch aktuell mit den Ampelfarben nach englischem Vorbild gekennzeichnet hat, werde jedoch deutlich, dass hohe Zucker- und Salzgehalte nur mit verpflichtenden Farbsignalen für den Verbraucher erkennbar sind. So wirbt der Kinderketchup "Ketchupi" von Knorr mit "30 Prozent weniger Zucker", landet bei der Ampel mit 14 Prozent Zuckeranteil aber deutlich im roten Bereich.
Foodwatch führt regelmäßig Testreihen durch, um auf solche versteckten Fett- oder Zuckerbomben aufmerksam zu machen. Die von der Industrie bereits teilweise vorgenommene GDA Kennzeichnung stösst dabei nur auf Kritik. Da Angaben zu Kalorien, Zucker-, Fett- und Natriumgehalt sich lediglich nach teilweise relativ willkürlich und auch nur schwer nachvollziehbaren Portionsangaben richtet, sieht foodwatch hier keine wirklich Hilfe für die Verbraucher.
Die Ampelkennzeichnung markiert je 100g den Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz mit Farben. Rot bedeutet "nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren", Gelb "es ist in Ordnung, es häufiger zu essen" und Grün "eine gesunde Wahl".
Dass die Diskussion in Brüssel noch andauert, ist übrigens kein Hinterungsgrund, denn der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur Nährwertkennzeichnung erlaubt durchaus auch jetzt schon die Einführung der Pflicht zur Ampelkennzeichnung in Deutschland.Der Spiegel verweist jedoch auf Folgendes: "Wenn die Ampel künftig wirklich auf allen Lebensmitteln in Deutschland zu sehen sein soll, müsste sie EU-weit zur Pflicht werden, sagen Juristen. Sonst müsste beispielsweise ein französischer Hersteller seinen Käse in Deutschland nicht mit der Ampel versehen."
Und die EU Mühlen haben, wie bereits berichtet, auch noch dringendere Themen zu mahlen.
(Foto Quelle: Foodwatch)



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