Artikel mit Tag guten hunger
Freitag, 3. Juli 2009
Hören, sehen, schmecken und abnehmen
Geschrieben von Claudia (Gastautorin von www.abnehmen.net)
um
10:13 Uhr
in Ernaehrung
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Übergewicht ist meist eine Folge von jahrelangem, falschem Essverhalten. Die Betroffenen haben kein richtiges Hunger- und Sattgefühl mehr, hören die Signale des Körpers nicht mehr oder ordnen sie nicht mehr richtig ein.
Das gesunde Hunger- und Sättigungsgefühl wieder zu erlernen, braucht Zeit, Ruhe und Entspannung. Zum Essen solltet ihr euch deshalb mindestens 20 Minuten Zeit nehmen
und das Mahl „zelebrieren“, mit allem was dazu gehört: Tisch, Besteck, Stuhl, eine ansprechende Umgebung (ohne Fernseher!) und eine liebevolle Dekoration.
Schafft euch eine Umgebung, in der ihr auf eure Sinne hören könnt und nicht von euren natürlichen, körpereigenen Signalen abgelenkt werdet. Unsere Sinne zeigen uns nämlich instinktiv und ganz eindeutig, ob wir hungrig oder bereits satt sind:
Appetitanreger: Geruch
Der Geruch einer Mahlzeit kann einem den Appetit verderben oder aber erst recht die Lust auf etwas zu Essen wecken. Bekannte Situation: Man geht, ohne Böses zu ahnen, die Straße entlang und plötzlich packt uns neben einer Bäckerei das Hungergefühl. Es riecht einfach zu gut, um weiterzugehen…
Wer immer der Nase nachgeht, dürfte es beim Abnehmen schwer haben. Deshalb gilt in solchen Situationen: Nase zu und durch! Hör lieber auf den Magen und geh in Dich „Ist es wirklich Hunger oder ist es eher Appetit?“ Es lohnt sich, sich kurz die Nase zuzuhalten und die Augen zu schließen. Wenn der Appetit nach ein paar Sekunden bereits nachlässt, ist es nicht der Hunger, der Dich treibt. Dann solltest Du lieber weiter gehen.
Beim Essen selbst kann der Geruchssinn eine Hilfe sein: Atme nach jedem Bissen durch die Nase ein und rieche am Essen. Läuft Dir nach der Riechprobe immer noch das Wasser im Mund zusammen, bist Du noch hungrig. Lässt die Speichelproduktion nach, bist Du eventuell schon satt. Trinke dann einen Schluck und pausiere kurz bevor Du weiter isst oder lass den Rest für später übrig.
Hör Dir selbst zu!
Musik beim Essen suggeriert uns Gemütlichkeit und Genuss, fördert aber auch den Appetit. Natürlich soll man im Restaurant jetzt nicht verlangen, dass die Musik ausgeschaltet wird, aber zu Hause kann man ruhig mal auf die Geräuschkulisse beim Essen verzichten.
Das Auge isst mit
Wenn man das Essen auf dem Teller nicht sieht, isst man bis zu 24 Prozent weniger. Das besagt eine Studie des Magazins „Obesity Research“. Das kann zwei Gründe haben: Erstens, ist es uns antrainiert, den Teller leer zu essen. Zweitens erhöht der „Augenkontakt“ zu einem Schnitzel die Speichelproduktion. Mehr sehen heißt auch mehr Appetit.
Nun soll man natürlich nicht im Dunklen essen, aber den Teller muss man dennoch nicht leer essen. Es nützt weder hungrigen Kindern in vielen Teilen der Welt, noch Deiner Figur etwas, wenn Du trotz Sättigung weiter isst. Heb Dir Reste lieber für später auf und iss sie bei der nächsten Mahlzeit als Vorspeise oder Beilage.
Beißen, Kauen, satt werden
Die Struktur und Beschaffenheit eines Lebensmittels ist auch für die Sättigung ausschlaggebend. So sättigen rohe Karotten eher als flüssiger Karottensaft. Auch eine Handvoll Erdnüsse füllt den Magen schneller als die gleiche (Kalorien-) Menge Erdnussbutter.
Das Kauen der Speisen dauert länger als das bloße Hinunterschlucken. Kauen sorgt für bewusstes Essen, deshalb solltest Du öfter einmal zur Karotte oder zu einer Handvoll Nüsse greifen, statt zu Schokoriegel oder Saft. Wer ordentlich kaut, regt zudem die Speichelproduktion und Verdauung an.
Geschmackssache
Unser Geschmackssinn zwingt uns kalorienreiche Lebensmittel förmlich auf: Von Natur aus bevorzugen wir Lebensmittel mit viel Fett oder Zucker, am liebsten beides zusammen. Diese Vorliebe sorgte in den früheren Jahren der Menschheitsgeschichte dafür, dass wir unsere Energiespeicher nach schwerer Arbeit wieder auffüllten.
Heutzutage ist diese Veranlagung weniger zuträglich für unsere Gesundheit, denn wir sind bestens mit Energie versorgt. Wer nicht warten will, bis die Evolution dafür sorgt, dass wir nur noch kalorienarmes Grünzeug mögen, der trainiert seinen Geschmack jetzt schon.
Eine U.S. Studie belegte, dass das konsequente Angewöhnen einer fettarmen Kost den Körper nach einiger Zeit von selbst dazu bringt, fettarme Lebensmittel zu bevorzugen. Sechs Monate wurden Studienteilnehmer begleitet. Sie mussten fettige Produkte gegen Fettarme austauschen. Nach der Testzeit schmeckten ihnen die fettarmen Produkte besser als die Fetthaltigen.
Es ist also alles nur eine Sache der Gewohnheit. Geschmack ist trainierbar wie ein Muskel, also trainiere den Geschmack hin zu gesunder, vitaminreicher Kost. Nach einiger Zeit wird es Dir in Fleisch und Blut übergehen.



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