Artikel mit Tag nährtwertangaben
Montag, 1. Dezember 2008
DIHK lehnt Ampelkennzeichnung ab.
Geschrieben von Melanie
um
15:03 Uhr
in Ernaehrung, Handel, Lebensmittel & Recht
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Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) lehnt den Verordnungsentwurf für die Ampelkennzeichnung als irreführend und unternehmensgefährdend ab.
"Als überflüssig und gefährlich kritisiert Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den Entwurf zur Lebensmittelkennzeichnungsverordnung.
DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben Wansleben: 'Ich warne davor, Ampelkennzeichnungen für Lebensmittelverpackungen einzuführen. Die Ampel, die allein nach Zucker-, Salz- und Fettgehalt in 'rot', 'gelb' und 'grün' kategorisiert, ist irreführend: So müssten gesunde Produkte wie zum Beispiel Halbfettmargarine, Avocados und Nüsse aufgrund ihres Fettgehalts rot gekennzeichnet werden.
Das Ergebnis ist ein massiver Eingriff in den Markt: Erfahrungen mit Ampelkennzeichnungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass rot markierte Produkte weniger gekauft werden, die Folge sind erhebliche Umsatzeinbußen bei den betroffenen Unternehmen.
Auch sollten die Nährwertangaben auf Lebensmitteln wie bewährt freiwillig bleiben. Für eine verpflichtende Regelung besteht kein Bedarf, da bereits zwei Drittel der Hersteller diese Angaben verwenden.
Völlig unverständlich ist zudem, dass die Kommission den Mitgliedstaaten gestatten will, noch über den Verordnungsstandard hinausgehende nationale Vorschriften einzuführen. Damit sind weitere Wettbewerbsverzerrungen voraussehbar, und der wichtigste Vorteil des EU-Binnenmarktes für Lebensmittel – nämlich gleiche rechtliche Vorgaben in ganz Europa – wird verspielt.'"
Überrascht sind wir eigentlich nicht wirklich ;)
Montag, 22. September 2008
Seehofer lenkt ein.
Geschrieben von Melanie
um
17:55 Uhr
in Ernaehrung
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Deutschland bekommt die Ampel. Oder zumidest sowas in der Art. Und verpflichtend und nicht mehr freiwillig. Aber erst, wenn keine andere Variante auf EU Ebene entschieden wird. Dann aber bestimmt.
Freitag, 19. September 2008
Herrn Seehofers persönliches Waterloo?
Geschrieben von Melanie
um
11:10 Uhr
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Singen und tanzen wird er heute morgen vermutlich nicht. Summen vielleicht:
Waterloo - I was defeated, you won the war
Waterloo - promise to love you for ever more
Waterloo - couldn’t escape if I wanted to
Waterloo - knowing my fate is to be with you
Waterloo - finally facing my waterloo
My my, I tried to hold you back but you were stronger
Oh yeah, and now it seems my only chance is giving up the fight
(Abba, 1974: Waterloo)
Wie kurz von uns berichtet, war gestern der Tag der Tage für Horst Seehofer, auf der Konferenz der Landesverbraucherminister sollte über eine Ampelkennzeichnung für Deutschland entschieden werden. Hinreichend bekannt ist, dass Horst Seehofer aus verschiedenen Gründen kein großer Freund der Ampel ist, weniger bekannt war, was die Verbraucherminister der Länder so denken und wollen. Das ist jetzt um so klarer: Einmütig forderten die Länder gestern von Horst Seehofer eine verpflichtende Ampelkennzeichnung. Selbst die von der Union regierten Länder stimmten dafür und wendeten sich damit gegen den CSU-Politiker.
Laut Lebensmittelze
itung Online sprechen sich die "Länderressorts in 'abgestimmter Haltung' für eine verpflichtende
Kennzeichnung von Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und
Salz auf der 'Schauseite' der Verpackung aus. Dabei sollen die
absoluten Werte und der Anteil an der Referenzmenge in Prozentzahlen
genannt werden, heißt es. Der Anteil an der Referenzmenge sei 'zusätzlich grafisch darzustellen, die angegebenen Nährwerte auch
farblich'"
Das ist ein herber Rückschlag für Seehofer, der, wenn er auch kürzlich noch laut über eine mögliche farbliche Hinterlegung nachgedacht hat, nach wie vor auf Seiten der Industrie steht und sich für eine Nährwertkennzeichnung auf freiwilliger Basis ausspricht.
Während Foodwatch, wie gestern berichtet, mit Umfrageergebnissen des Instituts Emnid punktet, spricht sich der BLL, der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft weiterhin strikt gegen jedwede Form von Ampelkennzeichnung aus. Die LZ merkt weiter an, dass der einhellige Beschluss aus den Ländern Seehofer jetzt zwischen alle Stühle setzt. "Nach LZ-Informationen hat das Bundeskanzleramt nämlich mittlerweile die EU-Kennzeichnungspläne Seehofers ausgebremst. Danach soll sich der Politiker in Brüssel nicht mehr für die Farbe aus dem Fenster lehnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halte wenig von der Ampel, heißt es. Die offizielle deutsche Linie würde damit auf eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf der Grundlage "1 plus 4"-Models hinauslaufen - ganz im Sinne des Brüsseler Entwurfs zur Lebensmittelinformation."
Für alle die darauf gehofft haben, damit jetzt erstmal die Ernüchterung: Entschieden ist bislang gar nichts. Nur für Horst Seehofer, für den sieht es momentan nicht besonders gut aus.
Donnerstag, 18. September 2008
Ampel hin, Seehofer her.
Geschrieben von Melanie
um
17:30 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Weiter geht´s in Sachen Ampelkennzeichnung. Nachdem man sich in Brüssel, wie bereits mehrfach berichtet, momentan die Köpfe heiß diskutiert, hat Foodwatch in Deutschland eine Umfrage bei TNS Emnid beauftragt.
Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage zeigt, dass rund 84 % der Deutschen sich für die farbliche Pflichtkennzeichnung der Nährwertangaben für Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren auf Lebensmitteln aussprechen.Grade mal 14 % der Bundesbürger befürworten die von Minister Seehofer geforderte freiwillige Kennzeichnung.
Hintergrund der Veröffentlichung ist die heute stattfindende Konferenz der Landesverbraucherminister bei der unter anderem auch die von Horst Seehofer geforderte Variante diskutiert werden soll.
Laut Spiegel Online gilt es beinahe als sicher, dass die Landesminister sich für die verpflichtende Kennzeichnung aussprechen, ganz zum Unwillen von Horst Seehofer.
Dessen Weigerung ist ein Dorn im Auge von Foodwatch, denn die freiwillige Kennzeichnung führt, so die Verbraucherorganisation, lediglich zu einer weiteren Verunsicherung der Verbraucher. In ihren Augen ist die Ampel ein ideales Mittel um auf versteckte Zucker- oder Fettanteile aufmerksam zu machen. "Eine Nährwertkennzeichnung schützt die Verbraucher nur dann, wenn sie verpflichtend ist. Freiwillig werden die Hersteller nur solche Produkte kennzeichnen, die ohnehin unproblematisch sind", sagte Cornelia Ziehm von foodwatch. Am Beispiel von Ketchups und Salatsaucen, die foodwatch aktuell mit den Ampelfarben nach englischem Vorbild gekennzeichnet hat, werde jedoch deutlich, dass hohe Zucker- und Salzgehalte nur mit verpflichtenden Farbsignalen für den Verbraucher erkennbar sind. So wirbt der Kinderketchup "Ketchupi" von Knorr mit "30 Prozent weniger Zucker", landet bei der Ampel mit 14 Prozent Zuckeranteil aber deutlich im roten Bereich.
Foodwatch führt regelmäßig Testreihen durch, um auf solche versteckten Fett- oder Zuckerbomben aufmerksam zu machen. Die von der Industrie bereits teilweise vorgenommene GDA Kennzeichnung stösst dabei nur auf Kritik. Da Angaben zu Kalorien, Zucker-, Fett- und Natriumgehalt sich lediglich nach teilweise relativ willkürlich und auch nur schwer nachvollziehbaren Portionsangaben richtet, sieht foodwatch hier keine wirklich Hilfe für die Verbraucher.
Die Ampelkennzeichnung markiert je 100g den Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz mit Farben. Rot bedeutet "nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren", Gelb "es ist in Ordnung, es häufiger zu essen" und Grün "eine gesunde Wahl".
Dass die Diskussion in Brüssel noch andauert, ist übrigens kein Hinterungsgrund, denn der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur Nährwertkennzeichnung erlaubt durchaus auch jetzt schon die Einführung der Pflicht zur Ampelkennzeichnung in Deutschland.Der Spiegel verweist jedoch auf Folgendes: "Wenn die Ampel künftig wirklich auf allen Lebensmitteln in Deutschland zu sehen sein soll, müsste sie EU-weit zur Pflicht werden, sagen Juristen. Sonst müsste beispielsweise ein französischer Hersteller seinen Käse in Deutschland nicht mit der Ampel versehen."
Und die EU Mühlen haben, wie bereits berichtet, auch noch dringendere Themen zu mahlen.
(Foto Quelle: Foodwatch)
Dienstag, 16. September 2008
GDA Kennzeichnung und Ampelcheck.
Geschrieben von Melanie
um
10:00 Uhr
in das-ist-drin.de, Ernaehrung, Meinungen
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Mittels eines Nährwertkompasses stellt jetzt die Industrie den Verbrauchern eine Orientierungshilfe zur Verfügung. Auf Basis von "Ausgezeichnet informiert - Die Initiative für bewusste Ernährung" stellen die angeschlossenen Unternehmen: Campbell´s, Coca-Cola, Danone, Kellogg, Kraft Foods, Mars Süßwaren, Metro Group, Nestlé, Pepsico und Unilever auf den Seiten von Nährwertkompass.de rudimentäre Informationen rund um ausgewogene Ernährung und die Nutzung der GDA Kennzeichnung zur Verfügung.
Auch hier wie in Brüssel ist keine Annäherung zwischen Verbraucherzentralen und Industrie zu erkennen. Während die einen mittels Nährwertkompass auf Aufklärung hinsichtlich der Angaben auf den Lebensmittelverpackungen setzen, betreiben die anderen seit einiger Zeit Ampelcheck.de, und fordern "Schluss mit den Nährwertmogeleien".
So langsam kommt der Punkt, wo ich mir wünschen würde, man begänne miteinander statt immer nur gegeneinander zu reden. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Wir bleiben dran.
Dienstag, 9. September 2008
Ampel verliert Unterstützer
Geschrieben von Melanie
um
14:25 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Wie kürzlich berichtet, ist die Diskussion um die Ampel in die nächste Runde gegangen. Während der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) bereits letzte Woche mitteilte, dass es in Brüssel zahlreiche Stimmen gegen die Ampel gegen habe und man, sprich die Lebensmittelwirtschaft eine Regelung fordere, die "für alle Unternehmen wirtschaftlich und praktikabel umsetzbar ist." Und im gleichem Atemzug davon sprach, dass man hoffe, dass "die Besorgnisse der Lebensmittelwirtschaft in den künftigen Beratungen von Rat und Europäischem Parlament ernst genommen und gemeinsame Lösungen zum Wohle von Verbrauchern und Wirtschaft gefunden werden", verliert die Ampel jetzt in ihrem "Geburtsland" an Zustimmung. Die konservative Partei Großbritanniens, die Tories, spricht sich jetzt klar gegen die Ampelkennzeichnung aus, da sie in ihren Augen nicht zielführend bei der Bekämpfung von Übergewicht ist. Stattdessen wolle man zukünftig das auf (durchaus streitbaren, Anm. der Redaktion) Tageshöchstmengen basierende GDA-Modell forcieren.
Auch die erste Anhörung in Brüssel hatte es in sich. Die Fronten sind klar gezeichnet. Auf der einen Seite die Vertreter der Wirtschaft, die eine praktikables, auf Tageshöchstmengen basierendes Modell fordern und auf der anderen Seite die Verbraucherschützer, die die farbige Ampelkennzeichnung durchsetzen wollen.
Bis zur Neuwahl des EU-Parlaments im Frühjahr 2009 will man hier jetzt eine Lösung erreichen. Klar ist jedoch jetzt schon, dass die Kennzeichnung zunächst keine Priorität genießt, da andere Gesetzespakete, wie das zum Klimaschutz, deutlichen Vorrang haben.
Die Industrie bereitet derweil ihre Marschroute vor und spart nicht mit Horrorszenarien in Bezug auf die negativen Auswirkungen einer nicht- oder zu durchdachten Lösung auf die Wirtschaft und den Export, der zusätzliche Versuch über den "noch nicht für eine Kennzeichnung bereiten Verbraucher" zu gehen, stieß von parlamentarischer Seite allerdings auf großen Widerstand. Die Verbraucherverbände halten derweil stoisch daran fest, dass die GDA Kennzeichnung zu kompliziert ist und will daher unbedingt flächendeckend die Ampel durchsetzen. Einigung nicht in Sicht. Und wahrscheinlich nur schwerlich bis Frühjahr 2009 zu erreichen. Wir werden weiter berichten.
(Quelle: LZ, Nr. 36, 05.06.2008)
Freitag, 22. August 2008
Die Ampeldiskussion geht in die nächste Runde
Geschrieben von Melanie
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10:24 Uhr
in Ernaehrung, Lebensmittel & Recht, Meinungen
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Am kommenden Donnerstag geht die Diskussion um die "Ampel" in Brüssel in die nächste Runde. Neben ausgewiesenen Interessensgruppen kommt dann auch der deutsche Ernährungspsychologe Prof. Volker Pudel zu Wort. Er soll beleuchten, inwieweit Übergewicht tatsächlich administrativ zu regulieren ist. Die Anhörung gilt als "Startschuss für die Meinungsbildung im EU-Parlament".
Die SPD Politikerin Dagmar Roth-Behrendt ist jetzt schon sicher, dass sie gegen die Ampel stimmen wird, weiß aber auch, dass viele ihrer Parteikollegen die andere Richtung bevorzugen. Als Begründung dafür gibt sie an, dass die Ampel einen willkommenen Rettungsanker darstellt, da die EU-Mitgliedsstaaten vor der Aufgabe stehen der zunehmenden Fettleibigkeit Herr zu werden. Fakt sei, dass aktuell bereits 5% des Gesundheitsbudgets allein für die Behandlung von Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit verwendet würden. Der klare Vorteil einer Ampelkennzeichnung sei unbestritten, dass sie die Staatsausgaben schont, da sie die Verantwortung für Aufklärung und Deklaration an die Lebensmittelwirtschaft übergibt.
Seehofer scheint passend zur Anhörung zumindest tendeziell einen Richtungswechsel vorzunehmen, denn er, der die Ampel als klare Volksverdummung mit dem Hinweis darauf, dass man Lebensmittel nicht einfach in gute und schlechte einteilen könne, verurteilt, spricht neuerdings von einem "einheitlichen Signalwert für Farbe" und von "Colour Coded". Eine zusätzliche Farbkennzeichnung seines "4+1"-Modells dürfte jedoch die ohnehin nur marginalen Unterschiede zur Ampel nahezu vollständig eleminieren. Roth-Berendt hat für derlei Ränkespiele nur wenig Verständnis: "Mir fehlt die Fantasie, ob die senkrechte Ampel oder die waagerechte der Colour-Coded-GDA den Unterschied macht."
Während BLL Geschäftsführer Loosen das Verständnis für den Richtungswechsel Seehofers fehlt, erfährt der jetzt Unterstüzung von der EU Verbraucherschutzorganisation BEUC, die sich durch neue Verbündete eine stärkere Durchschlagskraft der Ampel in den anderen EU Ländern erhofft.
Alles in allem, sieht es nicht so aus, als sei eine schnelle Lösung aus Brüssel zu erwarten und während die Politik sich auf eifrige Diskussionen einlässt. Nimmt der Markt das Ruder selbst in die Hand. Neben Deutschland, Großbritannien und Schweden hat sich mittlerweile auch in Holland eine Kennzeichnung relativ weit verbreitet. Der Branchenführer hat ein Kleeblatt Siegel etabliert, das Verbraucher über Produkte mit wenig gesättigten Fettsäuren oder wenig Salz informiert. Hinzu kommt, dass einzelne Handelsketten ihre ganz eigenen Kennzeichnungen realisieren. So kann es eigentlich kaum verwundern, dass die Mehrheit der Verbraucher von den Angaben auf den Verpackungen völlig überfordert ist.
Was neben einiger Verwirrung bleibt, ist unter anderem die Frage, ob die Umsetzung einer einheitlichen Kennzeichnung tatsächlich realistisch ist, oder ob es sich dabei eher um reine Symbolpolitik handelt. Roth-Behrendt hält den Ansatz einer einheitlichen Farbregelung für alle 27 EU-Staaten auf jeden Fall für "naiv". Sie geht davon aus, dass grade angesichts der Diskussion um mehr Eigenständigkeit der EU-Staaten grade diese Einheitlichkeit kaum vorstellbar sei.
Quelle: Lebensmittelzeitung (LZ 34/22.08.2008)
Mittwoch, 13. August 2008
Interesse an Nährwertangaben steigt - Verständnis hinkt hinterher
Geschrieben von Melanie
um
14:46 Uhr
in das-ist-drin.de, Ernaehrung, Schon gewusst?
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Eine von AC Nielsen im Mai unter rund 28.000 Internetnutzern in 51 Ländern durchgeführte Befragung ergab, dass immer mehr Konsumenten ein gesteigertes Interesse daran haben zu erfahren, was in ihren Lebensmittel steckt. Jeder zweite Deutsche achtet heute bei verpackten Lebensmitteln häufiger auf die Nährwertangaben als noch vor zwei Jahren, allerdings werden diese bzw. ihre Bedeutung häufig nicht oder nur teilweise verstanden. Immerhin rund 51 % der befragten Deutschen gibt an, nur teilweise erfassen zu können, was auf den Packungen steht, immerhin 5% können die Bedeutung überhaupt nicht erfassen.
Das Interesse gilt vorrangig neuen oder speziellen Produkten. Generell überprüfen Deutsche verpackte Produkte im Vergleich immer noch eher selten. Nur jeder 10. Deutsche überprüft die Angaben bei jedem Einkauf, dem gegenüber steht jeder 4. weltweit. "Die Deutschen vertrauen den Produzenten und dem Handel anscheinend sehr stark, während es in anderen Ländern wie zum Beispiel in Nordamerika zur Routine zu gehören scheint, die Nährwertangaben zu lesen. Diesen Aspekt nutzen die Hersteller auch immer häufiger für ihr Marketing - ein Trend den wir auch in Deutschland stärker beobachten", erklärt Michaela Hockenberger, Director Marketing & Corporate Communications bei Nielsen Deutschland.
Fett, Zucker und Kaloriengehalt interessieren die Deutschen am stärksten Nur zehn Prozent der Deutschen geben an, auf die Nährwertangaben überhaupt nicht zu achten. Von den anderen 90 Prozent prüft immerhin knapp die Hälfte (46%) die Nährwertangaben bei jedem Einkauf auf Fett. Die Menge an Zucker interessiert 43 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen Kalorien mit 40 Prozent. Generell liegen die Deutschen damit im europäischen Schnitt, beim Zucker besteht überdurchschnittliches Interesse. Nur die Griechen (61%), Österreicher (47%) und die Portugiesen (55%) prüfen die Nährwertangaben stärker auf den Zucker. International hat die Aufmerksamkeit gegenüber Konservierungsstoffen (weltweit überprüfen 42% die Angaben danach) inzwischen die für den Zuckergehalt (40%) überholt.
In eigener Sache:
Uns würde interessieren, wie Ihre Meinung zu dem Thema aussieht. Verstehen Sie, was sich hinter den einzelnen Nährtwertangaben verbirgt? Und wenn nicht, was genau ist Ihnen unverständlich? Wir arbeiten ständig daran unseren Wissensbereich auszubauen. Jeder Hinweis darauf, welche weiteren Informationen Sie sich wünschen würden ist uns herzlich willkommen. Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.



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