Artikel mit Tag nierenschaden
Donnerstag, 7. August 2008
Noch mehr Schwermetall: Vom Cadmium jetzt wieder zum Uran
Geschrieben von Melanie
um
15:34 Uhr
in Ernaehrung, Lebensmittel & Recht, Meinungen
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Am Dienstag Vormittag warnte Foodwatch unter anderem in der Netzzeitung über den erhöhten Urangehalt im Trinkwasser (auch wir berichteten). Foodwatch meldete, dass der Richtwert von 10 Mikrogramm pro Liter bei insgesamt 150 Proben überschritten worden sei, dass das Gesundheitsministerium jedoch nicht angemessen auf die bereits seit längerem bekannte Problematik reagiere. Die Proben zeigten Spitzenwerte von bis zu 39 Mikrogramm pro Liter. Der Grenzwert für Mineralwasser, das als „für die Zubereitung von Babynahrung geeignet“ gekennzeichnet wird, liegt übrigens bei 2 Mikrogramm pro Liter. Für Leitungswasser gibt es derzeit keine verpflichtende Regelung.
Thilo Bode, Sprecher von Foodwatch, warf dem Ministerium eine „schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht vor“, denn generell gilt, dass bereits eine geringe Menge an Uran eine gesundheitsschädigende Wirkung hat.
Bereits am Dienstag Nachmittag ging das Gesundheitsministerium in die Offensive, Klaus Vater, Sprecher des Ministeriums sagte gegenüber der Netzzeitung: „Wir haben keinen Fehler gemacht. Die Umsetzung der Trinkwasserverordnung ist Sache der Kommunen.“ Weiter betont er, dass es nicht in Ordnung sei, was Bode da mache, da man bereits begonnen habe, zu prüfen, ob es sinnvoll sei, einen bundesweit einheitlichen Grenzwert einzuführen. Denn schließlich habe es bereits 2004 (!!!! Anm. der Redaktion) beim Bundesministerium Hinweise darauf gegeben, dass die teilweise erhöhten Werte die Nieren schädigen könnten.
Na, dann können wir doch alle beruhigt sein, bei den Reaktionszeiten sollten wir doch bis spätestens 2020 eine Einigung erreichen können, oder zumindest die Verantwortung effektiv in die Schuhe von jemand anderem geschoben haben...
Doch auch aus den Bundesländern kommt laut Meldung der Netzzeitung scheinbar bereits seit einiger Zeit Druck auf das Bundesministerium, man will den Verbrauchern mehr Sicherheit geben und die Unternehmen vor Imageschäden schützen. Der Trinkwassertoxikologe des Umweltbundesamtes, Hermann Dieter, verweist allerdings darauf, dass das alles kein Grund zur Panik sei, da die Gefahren insgesamt eher minimal seien. Die Meinung von Herrn Dieter steht jedoch in krassem Gegensatz zu der des unabhängigen Kieler Toxikologen Hermann Kruse, der darauf verweist, dass Uran bereits in sehr geringer Konzentration „eine schädigende Wirkung auf lebenswichtige Vorgänge in der Niere“ habe.
Während die Diskussion zwischen Foodwatch und dem Bundesministerium noch nicht am Ende ist, kommen aus anderen Gegenden bereites erste Dementi: Kulmbach meldet falsche Testergebnisse und die Unbedenklichkeit des Trinkwassers in der Region, und auch der Alb-Donau-Kreis samt Ulm dementiert die Messergebnisse von Foodwatch.
Und auch hier: Hamburg, Düsseldorf, Saarland, Hoyerswerda, Oberpfalz, Greifswald, Weinheim, Augsburg, Sachsen, Mainfranken, Kreis Böblingen/Sindelfingen, Bodenseekreis ist alles in Ordnung. Über mangelnde Presseresonanz kann sich Foodwatch tatsächlich nicht beklagen, denn auch das war natürlich nur eine Auswahl. Selten war sich Deutschland so schnell, so einig. Glücklicherweise wird mittlerweile dennoch auch auf EU-Ebene über einen Europaweit einheitlichen Grenzwert diskutiert.



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