Artikel mit Tag rohstoffe
Freitag, 5. September 2008
Steigende Rohstoffpreise in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes?
Geschrieben von Melanie
um
11:05 Uhr
in Aus aller Welt, Ernaehrung, Handel, Meinungen
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Die Preise steigen. Seit Monaten. Milchprodukte. Backwaren. Obst und Gemüse. Und überhaupt. In der Krise stecken dadurch nicht nur die Verbraucher - bei denen hat die Angst vor der Wirtschaftskrise jetzt bereits die Angst vor dem Terror abgelöst, nein auch den Herstellern gehts an den Kragen. Wer hochwertig produziert, der muss dieser Tage noch mehr zahlen, als das ohne immer schon der Fall war, und wer mehr zahlen muss, der muss zwangsläufig auch die Preise erhöhen. In Zeiten in denen alles immer teurer zu werden scheint, entscheiden sich Verbraucher allerdings häufiger für das etwas günstigere Produkt, manchmal zu Lasten der Qualität, häufig jedoch einfach nur zu Lasten des "guten Namens".
Diese Sparmaßnahmen führen bei amerikanischen Herstellern jetzt zu ersten Reaktionen. Günstigere Alternativen müssen her. Am Anfang stand der Umstieg auf günstigere Transport- und Verpackungsmethoden, doch damit kann nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Kosten eingespart werden. Aus Reihen der Vorlieferanten ist dieser Tage zu erfahren, dass Herstellerfirmen sich jetzt immer häufiger über günstigere Alternativen zu den herkömmlichen Zutaten informieren. Die Hershey Company hat beispielsweise bei einigen ihrer Schokoladen die traditionell verwendete Kakaobutter durch Pflanzenöle ersetzt. In Keksen werden teure Pekannüsse häufiger durch die deutlich günstigeren Walnüsse ersetzt. Gewürze sind ebenfalls Zutaten, bei denen sich hochwertige Produkte leicht gegen weniger hochwertige austauschen lassen. Geschmackliche Veränderungen werden schlichtweg mit Aromen ausgeglichen.
Während die Hersteller sich zu diesen Themen verständlicherweise kaum äußern, kennen die Vorlieferanten hier weniger Hemmungen, sie verstehen sich als Berater. Zeigen Produktalternativen auf und preisen die Vorzüge der Aromatechnologie. Herstellerseitig wird mit einem zu erwartenden Gesundheitsplus geworben, beispielsweise aufgrund einer Verringerung des Zuckeranteils oder den Einsatz von ballastoffreicher Kleie. Ziel ist es, durch die Erhöhung der rein pflanzlichen und dadurch augenscheinlich gesünderen Fette in einem Produkt über den Austausch von zum Beispiel teurer Butter gegen billiges Pflanzenöl mit künstlichem Buttergeschmack hinwegzutäuschen.
Dabei sind sich Vorlieferanten und Hersteller selbstverständlich darüber einig, dass weder Qualität noch Geschmack der Produkte beeinträchtigt werden. Mag sein, mich persönlich stört jedoch der Gedanke, dass Reiskleie, ein Nebenprodukt der Reisproduktion, die jahrelang lediglich für Tiernahrung verwendet wurde, jetzt plötzlich zur Produktion von Nahrungsmitteln eingesetzt wird.
Alles in allem kommen wir der Astronautennahrung der Science-Fiction-Filme der 80er immer näher. Mit einem wesentlichen Unterschied: Ein Schnitzelgericht sieht immer noch aus wie ein Schnitzelgericht, keine Pille, Paste oder gar Meatwater. Doch das Aussehen, ist häufig nicht mehr als der gewohnte "Look".
Überigens: Um auf die Eingangs erwähnten Preissteigerungen zurück zu kommen. Sie mögen ursprünglich tatsächlich der Grund dafür gewesen sein, dass Hersteller nach günstigen Rohstoffalternativen geschaut haben um das Preisniveau einigermaßen stabil halten zu können, im Ergebnis kristallisiert sich jedoch heraus, das man hier schlichtweg einen weiteren Weg gefunden hat eine bessere Marge zu machen: Das US-Landwirtschaftsministerium prognostizierte für 2008 den stärksten Preisanstieg für Lebensmittel seit 20 Jahren, denn die Unternehmen erhöhen die Preise trotz teilweise günstigerer Inhaltsstoffe und optimierter Produktionsabläufe weiter.
Dienstag, 22. April 2008
Demeter lässt 30 Prozent EU-Bio zu
Geschrieben von Gerri
um
16:36 Uhr
in Alles Bio, Handel
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Laut der Zeitschrift Schrot&Korn lässt Demeter die Beimengung von bis zu 30% nach EU-Bio-Richtlinien
erzeugtem Getreide in seinen Getreideprodukten zu. Gezwungen sieht man
sich zu diesem Schritt aufgrund des Mangels an Demeter-Getreide im
Rahmen der aktuellen Ernte. Das Vorgehen ist zeitlich begrenzt und soll
dann wieder enden, wenn genügend Getreide nach Demeter-Richtlinien zur
Verfügung steht.
Generell scheint ja auf dem Rohstoff-Markt aktuell ziemlich Ebbe zu sein. So hat Michael Mayer, Chef der Oettinger Brauerei vor einigen Wochen im Oetti-Newsletter von Gerüchten innerhalb der Branche berichtet, dass den ersten Brauereien bereits im Juni das Malz ausgehen wird, bei Hopfen sieht es wohl noch düsterer aus. Laut Mayer hat sich der Preis für eine Tonne Malz von 265 Euro im vergangenen Jahr auf 550 Euro aktuell erhöht. Kein Pappenstiel und für andere Rohstoffe trifft dies in ähnlicher Weise zu. Übrigens noch eine Bemerkung am Rande: Der Oettinger Newsletter ist durchaus lesenswert, da ziemlich informativ und absolut old-school, da gänzlich ohne Bilder. Kritische Stimmen behaupten, dass deren Bier im Gegensatz dazu nicht trinkenswert wäre, das kann ich aber nicht beurteilen, da ich es noch nie getrunken habe. Möglicherweise ändert sich das ja dann im Sommer, wenn die anderen keinen Hopfen mehr haben.
Donnerstag, 27. September 2007
Aldi senkt für einige Produkte dauerhaft den Preis
Geschrieben von Vanessa
um
17:09 Uhr
in Ernaehrung, Handel
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Erst hat Aldi groß angekündigt sie müssten
unbedingt die Preise erhöhen, weil die Rohstoffpreise so gestiegen sind. Jetzt
schickt Aldi Süd einen Newsletter raus, der die dauerhafte Preissenkung von acht
Produkten in ihrem Sortiment verkündet. Anhand der Produkte kann man
festhalten, die steigenden Rohstoffpreise sind wohl am Kaffee und an Kartoffeln
vorüber gegangen. Ob man jetzt allerdings den Ernährungstipp Pommes Frites mit
einem Tässchen Kaffee rausgeben sollte, halte ich doch eher für fraglich. Wem
das zu ungesund ist, der kann ja seine Ernährungsbilanz mit einem Fläschchen
Actimel von Danone ausgleichen, der, so munkelt man, auch bald im Kühlregal von
Aldi zu finden sein soll. Aldi hält einen ganz schön auf Trab, aber wir bleiben
dran ![]()

Bildquelle: Aldi Süd
Dienstag, 21. August 2007
Wenn in China ein Sack Reis umfällt...
Geschrieben von Gerri
um
16:42 Uhr
in Handel
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...dann steigen hier bei uns die Reispreise. Was früher ein Synonym für "am A.... vorbei gehen" war, ist heute doch völlig gegenteilig zu bewerten. Schon bei der Milchpreiserhöhung hat uns der steigende Milch und Käsekonsum im Reich der Mitte finanziell berührt, nun geht's mit (den) anderen Rohstoffen weiter. Die FTD spricht von der "Renaissance der landwirtschaftlichen Erzeugnisse", wobei sich dies auf die Marktpreise bezieht. Als eine der Hauptursachen sieht man die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern. Mittlerweile isst jeder Chinese mehr als 50 kg Fleisch pro Jahr, vor 10 Jahren waren es noch weniger als 40 kg. Und um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 8 kg Futtergetreide - der Zusammenhang ist somit klar. Außerdem steigt die Weltbevölkerung kontinuierlich, auch da trägt China einen wesentlichen Teil dazu bei. Umgekehrt müsste man ja aber fragen, inwiefern die veränderten Ernährungsgewohnheiten wie der steigende Fleischkonsum in China dazu führen, dass andere Nahrungsmittel substituiert werden. So könnte dann doch beispielsweise der Reis betroffen sein, dessen Preis dann ja doch wohl sinken müsste. Wobei dann uns der umgefallene Sack nun eigentlich wieder egal sein könnte, oder doch nicht?!



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