Artikel mit Tag skandal
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Melamin-Skandal größer als angenommen
Geschrieben von Korinna
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11:58 Uhr
in Aus aller Welt, Ernaehrung, Handel, Lebensmittel & Recht, Produkte
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Bereits des Öfteren berichteten wir über den Melamin-Skandal in China. Laut einem aktuellen Bericht der WELT-Online sind die Auswirkungen weit größer als angenommen: Durch die illegeale Beimischung von Melamin sollte der Eiweißgehalt von Milch erhöht werden, dies kostete - so die aktuellen Zahlen - bereits sechs Babys das Leben. Bei der bisher größten "Reihenuntersuchung" untersuchte man 22,38 Millionen Babys und Kleinkinder auf Nierensteine. Ergebnis: Nicht nur die von Peking bestätigten 51 900 Kinder, die so große Nierensteine hatten, dass sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden mussten, sind betroffen. Insgesamt wurden bei 294 000 (!!) Kindern Nierensteine diagnostiziert.
Für die Milchwirtschaft in China bedeutet dies Millardenverluste, die Langzeitwirkung - auch für unsere Breiten - sind noch nicht abschätzbar. Von 638 chinesischen Milchbetrieben wurden bereits 128 geschlossen. Vor allem beim Export sind die Auswirkungen erheblich, er ging allein im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 92% zurück.
Aber es geht noch weiter: In Frankreich wurden laut einem AFP-Bericht Ende November 300 Tonnen mit Melamin verseuchtes Soja vom Markt genommen, mit dem Bio-Hühner gemästet werden sollten.
Und auch in Deutschland gibt es weitere Melaminfunde: Passend zur Lebkuchenzeit wurde die Chemikalie in Hirschhornsalz, das auch im Hausgebrauch als Backtriebmittel genutzt wird, nachgewiesen. Die Industrie betont nun, dass sie vor vier Wochen die Kontrollen verschräft hat, und es keine Untersuchungsergebnisse gibt, die auf Melamin in deutschen Lebkuchen hinweisen.
Aber ob das wirklich beruhigt? Wie auch immer sich dieser Skandal weiter entwickelt, wir halten Sie auf dem Laufenden.
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Kein Prozess für Gammel-Eier-Produzenten
Geschrieben von Gerri
um
09:40 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Ende letzten Jahres - wir berichteten - war man in Bayern auf eine üble Gammeleier-Produktion gestossen. In einem eierverarbeiteten Betrieb wurden jahrelang verdorbene Eier weiterverarbeitet und unter anderem an Nudel-Hersteller verkauft. Nun stehen die beiden beschuldigten Firmeninhaber vor Gericht und was passiert? Wenig bis gar nichts! So berichtet der Donaukurier in seiner Ausgabe vom 06.10., dass das Gerichtsverfahren vertagt wurde und man im Vorfeld schon auf der Suche nach einem Deal sei. Weiter wird berichtet: "Der Vorsitzende Richter Rüdiger Reng informierte anschließend die Zuhörer im Sitzungssaal nur ganz kurz, man habe "Gespräche über die rechtliche Problematik" geführt. Nun seien interne Beratungen der Prozessparteien nötig, um zu klären, ob man zu einer Einigung kommen kann. Damit vertagte Reng die Verhandlung auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt. Nicht einmal zur Verlesung der Anklageschrift durch Staatsanwältin Julia Haselsteiner kam es mehr und weitere Auskünfte, wie ein möglicher Deal aussehen könnte, gab es von den Beteiligten nicht."
Was soll man dazu sagen? Der Skandal nach dem Skandal!
Donnerstag, 25. September 2008
EU will Importe stärker kontrollieren
Geschrieben von Desiree
um
10:19 Uhr
in Handel
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So langsam wirkt sich der chinesische Milch-Skandal auch auf Europa aus. Nachdem nun bekannt geworden ist, dass vermutlich chinesischer Joghurt illegal nach Italien eingeführt worden sein, will die EU-Kommission nun die europäischen Importe noch schärfer kontrollieren lassen. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA soll nun Kekse, Fertigsuppen und weiterverarbeitete Produkte aus China auf Milchpulverrückstände überprüfen. Auch die Industrie wurde nun angehalten, die Importe stärker zu kontrollieren. Über weitere Vorsichtsmaßnahmen soll heute in Brüssel beraten werden.
Montag, 22. September 2008
Chinesischer Milchpulverskandal trifft Nestlé
Geschrieben von Melanie
um
14:21 Uhr
in Ernaehrung
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Nachdem am Freitag letzter Woche bekannt wurde, dass der chinesische Milchpulver-Skandal sich nicht nur auf Milchpulver sondern auch auch Milch ausweitet, kommt jetzt die nächste die Meldung, dass auch Nestlé in den Skandal verwickelt ist. Nestlé bestätigt zwar die Vorwürfe, verweist jedoch darauf, dass das betroffene Produkt nicht für Kinder gedacht ist, sondern ausschließlich in der Gastronomie eingesetzt wird. Darüber hinaus, sei der Melamin Anteil so gering, dass "ein einjähriges Kind mit einem Gewicht von 7,5 Kilogramm drei Packungen oder 3,38 Liter pro Tag trinken müsste, um eine gefährliche Dosis zu erreichen. Der normale Konsum sei ungefährlich." Dennoch wird das Produkt jetzt in Hong Kong vom Markt genommen. Der Konzernsprecher von Nestlé verwies darauf, "dass es in Hongkong keine Grenzwerte für die giftige Chemikalie gebe. 'Spuren davon findet man aber praktisch immer, wenn auch in so geringen Mengen, dass sie nicht schädlich sind.'"
Laut Welt am Sonntag, liegt die Problematik in China vor allem im Konkurrenzkampf um den Milchmarkt, dieser sei im letzten Jahr eskaliert. "Der Preis für einen Liter Frischmilch sei im Supermarkt auf einen Euro gestiegen, doch die Erhöhung kam nicht den Bauern zugute, für sie stiegen vielmehr alle Preise vom Futter bis zur Energie um 40 Prozent. Ihr Abgabepreis für Milch fiel zugleich wegen des zu großen Angebots und des Drucks durch ausländische Anbieter, die viel günstiger sind. Am Ende des Tages verdienen Chinas Milchbauern umgerechnet nur 0,1 Cent pro Liter, die Zwischenhändler kommen auf einen Cent, der verarbeitende Konzern auf ein paar Cents. Wie sollen sie davon leben? 'Alle verdienen nur, wenn sie unehrlich sind', so der Fachmann, der anonym bleiben will."
20 Kilo Melamin kosten rund 20 €, die Milchpulverhersteller setzen es ein, um ihr Produkt bis zu einem Viertel aufzustocken, da Melamin in Wassermilch aufgelöst einen höheren Nährwert für das Gemisch vortäuschen kann als es wirklich hat.
Mittlerweile sind in China rund 53.000 Kinder erkrankt und vier gestorben, 104 zeigen aktuell schwere Krankheitssymptome. Laut Welt.de gingen die Meldungen, dass die Milch des Sanlu Konzerns Erkrankungen bei Kindern hervorrief, bereits seit März beim Konzern und den zuständigen Behörden ein. Von Eltern und Kindernärzten. Jetzt hat sich die WHO eingeschaltet und versucht aufzuklären, warum es so lange gedauert hat, den Skandal öffentlich werden zu lassen.
Mittwoch, 17. September 2008
China: der Milchpulverskandal weitet sich aus
Geschrieben von Desiree
um
17:40 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Bereits vor wenigen Tagen berichteten wir über den Milchpulverskandal in China. Mittlerweile zieht dieser jedoch immer weitere Kreise. Über 6.000 Säuglinge sind bereits erkrankt und weder die Ausmaße noch ein Ende scheint derzeit in Sicht. Ursache der Erkrankungen ist die Verunreinigung der Milch mit Melamin, der die Bildung von Nierensteinen auslöst. Derzeit leiden bereits mehr als 150 Säuglinge an akutem Nierenversagen.
Die chinesische Behörde für Qualitätssicherung hat bereits in 69 Chargen Milchpulver von 22 Herstellern Melamin nachgewiesen. Obwohl der Skandal erst Anfang vergangener Woche bekannt wurde, soll der Hersteller Samlu bereits Anfang August bei internen Untersuchungen die Verunreinigung festgestellt haben. Wie der Focus berichtet gingen erste Verbraucherbeschwerden wohl schon im März diesen Jahres ein.
Montag, 15. September 2008
Milchpulverskandal in China - Zweites Baby tot
Geschrieben von Korinna
um
12:40 Uhr
in Aus aller Welt, Ernaehrung, Handel
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Stillen in den ersten 4 - 6 Lebensmonaten des Kindes wird hier zu Lande von Fachleuten als beste Ernährung für Säuglinge empfohlen. In China ernährt allerdings fast jede zweite Mutter ihr Neugeborenes mit Milchpulver. Und das kann böse Folgen haben. Dann nämlich, wenn der Hersteller es mit der Zusammensetzung des Pulvers nicht so genau nimmt.
Aktueller Fall: Der in China führende Milchpulverhersteller Sanlu muss seine Produktion vorerst einstellen, da zur Erhöhung des Proteingehalts der Babynahrung Melamin verwendet wurde. Eigentlich wird dieser Stoff in der Plastik- und Klebstoffindustrie eingesetzt. Weil Melamin nun aber in der Babynahrung enthalten war, erkrankten landesweit mittlerweile rund 580 Säuglinge an Nierensteinen. Zwei von ihnen starben. 19 verdächtige Personen wurden festgenommen, 78 weitere werden befragt. Das wird auch langsam mal Zeit, erste Beschwerden von Verbrauchern gingen bereits im März (!!) ein.
Die chinesische Regierung hat angekündigt, für die Behandlungskosten der Kinder aufzukommen und will die Verantwortlichen ausfindig machen. Fragt sich, wie man mit Menschen umgeht, die des Profits wegen über die Leichen unschuldiger Säuglinge gehen können...
Freitag, 15. August 2008
Alles Bio oder was?
Geschrieben von Korinna
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13:52 Uhr
in Alles Bio, Handel, Meinungen
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Auch wer nicht speziell darauf achtet, Bio-Produkte zu kaufen, hat sicher bemerkt, dass das Angebot immer größer wird und in immer mehr Geschäften in fast jeder Produktsparte auch Waren in Bio-Qualität erhältlich sind. Bio boomt! Allerdings boomt vor allem die Nachfrage, das Angebot (aus Deutschland) hinkt hinterher. Während im Handel 15 % mehr Bio-Produkte zu finden waren, steigerte sich die landwirtschaftliche Anbaufläche nur um 5 %. Anbieter aus dem Ausland haben die Marktlücke daher mittlerweile für sich entdeckt und liefern bereits 50 % unserer Bio-Produkte. Tendenz steigend.
Bioland, der größte Bio-Anbauverband, warnt daher in einem Positionspapier davor, die Potentiale dieses Zukunftsmarktes nicht voll auszuschöpfen. Vor allem die großen, intensiv wirtschaftenden Betriebe scheuen sich aus Kostengründen vor der Umstellung. Gefordert werden Zulagen von der Politik während der teuren Umstellungsphase. Problem: Die EU hat die Gelder zurück gezogen, die Länder sehen sich nicht in der Lage dies auszugleichen.
Anderswo scheint es aber zu funktionieren: In Polen stieg die Bio-Anbaufläche um 36 (!!) %, in Slowenien bekommt man pro Hektar 460 Euro Umstellungshilfe, in Baden-Württemberg dagegen nur magere 150.
Die Biobranche ist besorgt. Keiner kennt die Anbieter in weiter Ferne. Ein Skandal würde reichen, um das gute Image der gesamten Branche zu zerstören. Uli Zerger, Vorstand der Stiftung Ökologie und Landbau, gibt in der Süddeutschen zu, "ziemlich verunsichert" zu sein. Betrüger, die Produkte mit gefälschten Papieren auf den Markt bringen, kann man kaum aufhalten.
Da frage ich mich: Wäre es nicht einfacher (und für alle billiger
) das Vertrauen der Verbraucher in heimische Produkte zu stärken? Egal, ob Bio oder nicht? Dann könnte hier allen Beteiligten ein Skandal von unbekannten Anbietern aus weiter Ferne doch ziemlich egal sein?!
Freitag, 4. Juli 2008
Gammelkäse mit Mäusekot
Geschrieben von Gerri
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13:59 Uhr
in Lebensmittel & Recht, Produkte
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Neues aus der Rubrik "Ich glaub' ich muss brechen" berichtet heute aktuell Focus Online. Nach Gammelfleisch und allerlei anderem Gammel-... kommt nun der Gammelkäse - und zwar aus Italien. 11.000 Tonnen Käse wurden wieder "frisch" gemacht und unters Volk gebracht. Von Würmern bis Mäusekot war alles dabei. Der Gewinn der Betrüger-Bande soll sich in Dutzenden Millionen bewegen, was mal wohl getrost glauben kann. Und, auch das kann man wohl glauben: Der Käse soll für die Konsumenten eine "ökologische Bombe" gewesen sein, wobei die Formulierung doch etwas merkwürdig ist. Die Moral von der "Geschichte": Überall wo man schnelles Geld machen kann gibt's auch Leute die das tun. Und: Augen auf beim Käsekauf!
Freitag, 31. August 2007
140 Kilometer Gammel-Döner aus grünem Dönerfleisch
Geschrieben von Gerri
um
12:10 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Laut Focus ist der bayrische Gammelfleisch-Skandal, wir haben ja bereits darüber geschrieben, weitaus größer als bisher vermutet. Die Staatsanwaltschaft Memmingen geht von 140 bis 160 Tonnen Ekelfleisch aus, was bei geschätzten 200 g Gammel pro Döner dann mindestens die stattliche Menge von 700.000 Gammel-Dönern ergibt. Wenn man diese nun bei angenommenen 20 Zentimetern Durchmesser aneinander legt, kommt eine Strecke von 140 Kilometern raus. Respekt!
Der bayrische Verbraucherschutzminister Schnappauf weist (reflexartig) alle Schuld von sich, womit er sich als echter "Homo Politicus" kennzeichnet. Zur Vermeidung künftiger Skandale fordert er, dass die Fleischabfälle künftig grün eingefärbt werden sollten. Das würde zumindest Farbe an den Dönerspieß bringen und man müsste noch neben der obligatorischen Frage "mit oder ohne Scharf?" auch noch die Farbe "Braun oder Grün?" auswählen.



Kommentare
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