Dienstag, 9. September 2008
Ampel verliert Unterstützer
Geschrieben von Melanie
um
14:25 Uhr
in Lebensmittel & Recht
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Wie kürzlich berichtet, ist die Diskussion um die Ampel in die nächste Runde gegangen. Während der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) bereits letzte Woche mitteilte, dass es in Brüssel zahlreiche Stimmen gegen die Ampel gegen habe und man, sprich die Lebensmittelwirtschaft eine Regelung fordere, die "für alle Unternehmen wirtschaftlich und praktikabel umsetzbar ist." Und im gleichem Atemzug davon sprach, dass man hoffe, dass "die Besorgnisse der Lebensmittelwirtschaft in den künftigen Beratungen von Rat und Europäischem Parlament ernst genommen und gemeinsame Lösungen zum Wohle von Verbrauchern und Wirtschaft gefunden werden", verliert die Ampel jetzt in ihrem "Geburtsland" an Zustimmung. Die konservative Partei Großbritanniens, die Tories, spricht sich jetzt klar gegen die Ampelkennzeichnung aus, da sie in ihren Augen nicht zielführend bei der Bekämpfung von Übergewicht ist. Stattdessen wolle man zukünftig das auf (durchaus streitbaren, Anm. der Redaktion) Tageshöchstmengen basierende GDA-Modell forcieren.
Auch die erste Anhörung in Brüssel hatte es in sich. Die Fronten sind klar gezeichnet. Auf der einen Seite die Vertreter der Wirtschaft, die eine praktikables, auf Tageshöchstmengen basierendes Modell fordern und auf der anderen Seite die Verbraucherschützer, die die farbige Ampelkennzeichnung durchsetzen wollen.
Bis zur Neuwahl des EU-Parlaments im Frühjahr 2009 will man hier jetzt eine Lösung erreichen. Klar ist jedoch jetzt schon, dass die Kennzeichnung zunächst keine Priorität genießt, da andere Gesetzespakete, wie das zum Klimaschutz, deutlichen Vorrang haben.
Die Industrie bereitet derweil ihre Marschroute vor und spart nicht mit Horrorszenarien in Bezug auf die negativen Auswirkungen einer nicht- oder zu durchdachten Lösung auf die Wirtschaft und den Export, der zusätzliche Versuch über den "noch nicht für eine Kennzeichnung bereiten Verbraucher" zu gehen, stieß von parlamentarischer Seite allerdings auf großen Widerstand. Die Verbraucherverbände halten derweil stoisch daran fest, dass die GDA Kennzeichnung zu kompliziert ist und will daher unbedingt flächendeckend die Ampel durchsetzen. Einigung nicht in Sicht. Und wahrscheinlich nur schwerlich bis Frühjahr 2009 zu erreichen. Wir werden weiter berichten.
(Quelle: LZ, Nr. 36, 05.06.2008)



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