Dienstag, 12. Juli 2011
Von Windbeuteln, Werbelügen und Eigenverantwortung.
Geschrieben von Melanie
um
16:39 Uhr
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Alle Jahre wieder regen wir uns über die Milchschnitte auf, über Activia oder Actimel, über Fruchttiger und Nimm 2 oder irgendein anderes Produkt, das den Goldenen Windbeutel bekommt. Alle Jahre wieder wundere ich mich über die Aufregung. Und darüber, dass es immer und immer wieder funktioniert. Jetzt mal im Ernst, als halbwegs mündiger Verbraucher ist mir doch klar, dass Fruchtiger kein gesundes Getränk ist – erst recht nicht für Kinder. Und dass Nimm 2 zwar lecker, aber sicherlich keine supergesunde Vitaminbombe ist. Dass Joghurt nicht die Welt verändert, nur weil sich irgendwo „activ“ im Namen versteckt und dass Milchschnitte, und sei sie noch so heiß vom „IS Institut für Sporternährung“ empfohlen, keine gesunde Zwischenmahlzeit ist.
Das weiß man doch! Oder? Aber woher kommt dann diese Aufregung? Und vor allem, woher kommt dieses kollektive: „Hah, da hat Ferrero (Danone, Storck...) jetzt aber mal richtig einen auf die Nuss bekommen“? Mal im Ernst, kein Produkt, dass sich bereits seit Jahrzehnten in unseren Supermarktregalen befindet, liegt da, weil der Hersteller uns nötigen muss, das zu kaufen. Die liegen da, weil sie gekauft werden und das nicht zu knapp! Auf so einer Milchschnitte steht beispielsweise auch alles drauf, was wir wissen müssen.
Sie enthält: Vollmilch, pflanzliche Öle, Zucker, Weizenmehl, Magermilchpulver, Butterreinfett, Volleipulver, fettarmen Kakao, Weizenkleie, Backtriebmittel: Dinatriumdiphosphat, Natriumhydrogencarbonat, Ammoniumcarbonat; Emulgator Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Salz, natürliche Aromen, Vanillin.
Auf 100g kommen 34g Kohlehydrate, wovon 29,4 g (fast 30%) Zucker sind. Weitere 27,9 g (wieder fast 30%) sind Fett. Sie schlägt mit grade mal 1,2 g Ballaststoffen zu Buche. Und enthält darüber hinaus 8,2 g Eiweiß. Auf eine Milchschnitte kommen also rund 60 % Fett und Zucker, knapp 10% Eiweiß und etwa 1% Ballaststoffe.
Ich muss nicht Ökotrophologie studieren um zu wissen, dass das keine gesunde Sportlernahrung und erst recht keine gesunde Zwischenmahlzeit ist. Ich muss nur hinschauen! Mich informieren, ein wenig Eigenverantwortung zeigen! Die Milchschnitte ist im Prinzip nichts anderes als ein süßer Riegel für Zwischendurch. Nur wenig ausgewogener (wenn überhaupt) als ein Snickers (75% Fett und Zucker) oder ein Corny Schoko (50% Fett und Zucker).
Woher also kommt die Aufregung? Fühlen wir uns wirklich betrogen? Von der Werbung? Wenn dem so ist, dann muss man sich doch fragen, ob heute überhaupt noch klar ist, was Werbung eigentlich ist und welchem Zweck sie dient. Als Konsument habe ich die Wahl, unbesehen alles zu glauben was man mir vorsetzt oder mir klarzumachen, dass ein Unternehmen mit einem Produkt Geld verdienen will. Und ebenso wenig wie ich ein Auto nur auf eine Beschreibung hin kaufen würde, in dem Vertrauen darauf, dass der Verkäufer mich schon nicht über den Tisch ziehen wird, muss ich doch auch bei Produkten, die ich meinem wichtigsten Gut als Treibstoff gebe – meinem Körper, meiner Gesundheit – ein stückweit selbst darauf achten, was ich mir in meinen Einkaufswagen, Kühlschrank, Magen und im Zweifel auf meine Hüften oder Herzkranzgefäße lade. Alles andere wäre doch wirklich mehr als blauäugig.
Ich lese immer häufiger, „der Staat muss dies verbieten“ „der Staat muss das regeln“ „wir brauchen mehr Gesetze, Verbote, Verordnungen“. Jetzt mal im Ernst, da blickt doch heute schon keiner mehr durch? Und wer soll das alles bezahlen und mit welchem Geld? Seid Ihre bereit dafür höhere Steuern zu zahlen? Oder ist es vielleicht doch leichter einfach ein wenig kritischer zu konsumieren? Nehmt Euch doch bitte zum Einkaufen mal wieder ein wenig mehr Zeit. Schaut drauf (oder bei uns nach), was drin ist. Macht Euch bewusst, dass Qualität einen gewissen Preis hat. Und um Gottes willen, wenn Ihr Hunger auf eine Milchschnitte habt, dann esst sie einfach. Aber gesteht Euch dabei auch ein, dass Ihr Hunger auf etwas Süßes hattet und nicht auf eine gesunde Sportlermahlzeit für Zwischendurch. Denn gegen den Genuss ist nichts zu sagen, wenn man sich dabei nicht in die eigene Tasche lügt um sich hinterher über andere aufzuregen. Frei nachdem Motto: „Das konnte ich ja nicht wissen, das hat mir keiner gesagt.“
Auszeichnungen wie der Goldene Windbeutel könnten uns dabei helfen, Produkte zu identifizieren, bei denen Unternehmen in der Werbung besonders kreativ zu Werke gehen. Sie könnten auch helfen unsere Aufmerksamkeit zu schärfen. Sie sollten aber nicht dazu führen, dass wir erwarten, dass immer ein Dritter alles für uns regelt. Darüber hinaus wäre es meines Erachtens wünschenswert, wenn nicht jedes Jahr die üblichen Verdächtigen am Pranger landen würden. Nur ein Beispiel (und der eigentliche Auslöser für diesen Beitrag), der Alnatura "MÜSLI"-Riegel Schoko, der von Alnatura als "schneller Energiespender für Zwischendurch" angepriesen wird, der aber in seiner Zusammensetzung eigentlich voll und ganz einem stinknormalen Snickers entspricht. Lecker war er, ohne Frage. Aber gekauft hab ich ihn mir, weil ich was Süßes wollte. Nicht weil ich einen Energiespender gesucht habe (da hätte ich vermutlich eher das Snickers genommen). Doch solche Produkte landen in der Regel nicht auf der Abschussliste von abgespeist und dem Goldenen Windbeutel, aus dem einfachen Grund, dass die Welle die sich damit machen lässt, nicht groß genug wird.
Und das ist wirklich mal ein Grund sich aufzuregen.
Donnerstag, 9. Juni 2011
Monat mit Stern - die 1. Woche ist rum.
Geschrieben von Melanie
um
16:16 Uhr
in Getestet, Produkte
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Ihr erinnert Euch vielleicht, Holger und ich haben uns bereit erklärt, einen Monat lang nur Gerolsteiner zu trinken um zu sehen, ob es uns nach 4 Wochen mit Stern nicht irgendwie anders und idealerweise besser geht, als vorher und ohne Stern. Jetzt ist ein wenig mehr als 1 Woche rum und unsere Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Zwar war es in den letzten Tagen nicht durchgängig heiß, aber teilweise doch gut muckelig und vor allem hier im Büro hatten die Temperaturen es teilweise in sich. Unser Wasservorrat für die ersten zwei Wochen neigt sich bereits dem Ende entgegen. Da könnten harte Zeiten auf uns zukommen.
Aber mal zum Wesentlichen? Fühlen wir uns anders? Ehrlich gesagt nicht wirklich, aber andererseits ist natürlich auch grade mal eine Woche rum. Soviel sei gesagt, uns schmeckt's gut und das ist ja schon mal ein Anfang. Ich persönlich bin eigentlich kein großer Gerolsteiner-Fan, da mir die herkömmlichen Sorten "Sprudel" und "Medium" viel zu "salzig" sind. Für das stille Wasser - "Naturell" - für welches wir uns entschieden haben, gilt das glücklicherweise nicht. Kein Wunder, im Gegensatz zu den beiden "sprudeligen" Sorten, die jeweils 11,8 mg Natrium und 1816 mg Hydrogencarbonat / Liter enthalten, stecken in Gerolsteiner Naturell gerade mal 1,2 mg Natrium und 652 mg Hydrogencarbonat.
Für den guten Geschmack ist also gesorgt, bleibt nur die Angst zu verdursten ![]()
Samstag, 4. Juni 2011
How to eat better.
Geschrieben von Melanie
um
11:52 Uhr
in Fundstücke
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Einfacher geht´s wirklich nicht, aus dem Howcast (insgesamt sehr sehenswert) gibt's hier ein wirklich schönes How to eat better!
Mittwoch, 1. Juni 2011
Monat mit Stern: Wasser, Wasser, Wasser – soweit das Auge reicht.
Geschrieben von Melanie
um
15:54 Uhr
in Getestet
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Wie im letzten Jahr hat Gerolsteiner auch in diesem Jahr wieder zum Monat mit Stern eingeladen. 6000 trinken einen Monat lang nichts anderes als Wasser und zwar von Gerolsteiner. Sprudel, Medium oder Naturell. Als wir eingeladen wurden haben wir nicht lange gezögert und zugesagt. Holger und ich trinken jetzt Wasser. Einen Monat lang. Und am Ende schauen wir dann, ob wir uns merklich anders fühlen als zuvor. Von meiner Warte aus würde ich sagen: Vermutlich ja, denn wir haben Sommer. Und ich trinke in der Regel viel. Sehr viel. Wasser, Tee, Schorle. Je wärmer es wird, desto mehr trinke ich. Logisch eigentlich. Zum einen ist es gesund. Zum anderen ist mir einfach danach. Mindestens 2 Liter am Tag werden empfohlen. Ich komme locker auf 3, an guten Tagen eher auf mehr. Und da liegt auch schon das Problem. Für den Monat mit Stern bekommen wir pro Kopf 54 Liter Gerolsteiner (wir haben uns für Naturell entschieden). Der Monat mit Stern beginnt heute. Und er endet am 30.06. Das sind 30 Tage. 54 Liter durch 30 Tage macht ziemlich genau 1,8 Liter / Tag. Hoffen wir mal, dass der Juni nicht besonders warm wird und ich keinen Durst bekomme
Wir werden Euch auf dem Laufenden halten. Jetzt heißt erst mal: Guten Durst und einen guten Start in den Monat mit Stern!
Donnerstag, 12. Mai 2011
Kochen leicht gemacht mit Sophie Dudemaine!
Geschrieben von Melanie
um
17:15 Uhr
in Buchtipp, Ernaehrung, Getestet, Produkte
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Sie möchten raffiniert kochen, scheuen jedoch den Aufwand? Ihnen kann geholfen werden! Die französische Köchin Sophie Dudemaine macht es Ihnen leicht und hat dabei eine äußerst erfrischende Küchenphilosophie: "Liebe geht durch den Magen, Genuss ist Muss, Diät verlorene Lebenszeit und Sport Mord. " Bei Sophie Dudemaine geht es um die Lust am Genuss, um die Freude am guten Essen und damit die jeder erleben kann, gibt es von Madame Dudemaine mittlerweile eine Vielzahl an verführerischen Kochbüchern.
Wir haben uns zwei davon angeschaut: "Sophies Tartes, Quiches und Salate" und den Klassiker "Sophies Cakes"
und sind beigeistert! Das Gute kann so einfach sein. Dudemaine, die bei Sterneköchen lernte, macht mit ihren Büchern aus jedem Amateur einen kleinen Bocuse. In der Einfachheit ihrer Rezepte liegt die Raffinesse, die es Ihnen möglich macht, mit einfachen mitteln nicht nur zu glänzen sondern auch noch ausgewogen zu kochen, ohne dass Sie dafür Stunden um Stunden in der Küche verbringen müssen.
Wer beispielsweise bei "Sophies Cakes" an klassische Kuchen denkt, der wird überrascht werden, denn viele von "Sophies Cakes" sind pikante Rührkuchen-Creationen mit Gemüse, Fleisch und / oder Fisch, wie der Roquefort-Walnuss- oder der Räucherlachs-Cake! Und keine Sorge, auch die Freunde des süßen Kuchens kommen nicht zu kurz
Auch "Sophies Tartes, Quiches und Salate" müssen in Sachen simpler Raffinesse nicht hinter den Cake-Klassikern zurückstehen. Rund 40 pikante und 35 süße Tartes und Quiches laden den experimentierfreudigen Hobbykoch zum Entdecken ein und lassen keine Wünsche offen, nicht zuletzt, da Madame Sophie dem Koch gleich auch die Überlegung abnimmt, was wohl zum gewählten Gericht passen könnte. Sie sagt es Ihnen einfach und liefert das Rezept gleich mit. Einfacher geht es wirklich nicht. Vertrauen Sie uns und probieren Sie gleich mal die Thunfisch-Quiche oder die Orangentarte. Sie werden nicht enttäuscht sein!
Bild: Gerstenberg Verlag/ Christopfe Madamour
Freitag, 15. April 2011
Weißt Du wo der Hase langläuft?
Geschrieben von Melanie
um
17:38 Uhr
in das-ist-drin.de
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Kaum zu glauben aber wahr... der lange Winter weicht so langsam aber sicher endlich dem Frühling, die Tage sind wieder länger, die Uhren wurden vorgestellt (wir sind alle unglaublich müde), die Sonne scheint und wer seine Zeit nicht nur vor irgendeiner Form von Bildschirm verbringt, der hat sich vielleicht auch schon den ersten Sonnenbrand geholt! Mal ehrlich, wurde auch Zeit oder?
Und während es den meisten hier noch so vorkommt, als hätten wir grade erst über den Weihnachtsspeck gejammert - Muffintops nennt man das jetzt - steht schon wieder die nächste Festlichkeit zum gemütlichen Beisammensein und vor allem Schlemmen vor der Tür: Ostern. Da haben wir uns gedacht, wir machen Euch ein kleines Präsent und geben Euch was zum Spielen
Also heißt es jetzt auf unserer Facebook-Seite "Quizzen was die Hasenohren hergeben" und Ihr könnt mal wieder auf die Probe stellen, ob Ihr Euch von uns auf's Glatteis führen lasst oder ob Ihr uns zeigt, was eine Harke ist!
Viel Spaß und Frohe Ostern!
Donnerstag, 31. März 2011
Weitere Verstärkung im Blogteam: Bernhard von Frag-Mutti.de
Geschrieben von Melanie
um
09:56 Uhr
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Letzte Woche haben wir Euch Pascal von Bewegte Ernährung vorgestellt und diese Woche geht's gleich weiter mit Bernhard Finkbeiner, einem der beiden Gründer der beliebten
Haushalts-Website www.Frag-Mutti.de und Mitautor der erfolgreichen
Bücher "Frag Mutti", "Frag Vati" und "Frag Mutti das Sparbuch".
Er lebt mit seiner Familie in Vancouver, Kanada und wird uns von dort aus hin und wieder mit nützlichen Tipps und Informationen rund um das Thema Ernährung versorgen. Gleich geht's los direkt mal los mit Popeyes' Kraftfutter! Viel Spaß!
Freitag, 25. März 2011
Neu für Euch: Gastautor Pascal Kühner von Bewegte Ernährung.
Geschrieben von Melanie
um
09:13 Uhr
in das-ist-drin.de
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Andere Menschen für gesunde Ernährung und ein bewegtes Leben zu begeistern, liegt Gesundheitsexperten Pascal Kühner am Herzen. Mit großem Wissen und Hingabe widmet er sich seinem Blog www.bewegteernaehrung.de. 1x im Monat erscheint sein Podcasts rund um die "Bewegte Ernährung und ab heute Nachmittag schreibt er auch hier bei uns im Blog und informiert Euch und uns in den nächsten 2 Wochen über Micronährstoffe und warum sie so wichtig sind. Damit Ihr
wisst, mit wem Ihr es zu tun habt, gibts hier ein Gesicht zum Namen und hier noch weit mehr Informationen zur Person auf seiner Seite.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Dioxin-Skandal – Ist unser Essen noch sicher? Ist es wirklich in Gefahr?
Geschrieben von Melanie
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15:06 Uhr
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Ganz ehrlich? Mitunter muss ich einfach lachen. Seit dem letzten „Dioxin-Skandal“ ist noch nicht mal ein Jahr vergangen. Und offen gesagt scheint sich seitdem nur wenig geändert zu haben. Und das führt erneut zur Verunsicherung der Verbraucher. „Was kann man noch essen?“ „Ist nichts mehr sicher?“ „Worauf muss ich achten?“ – das alles sind Fragen, die wir hier dieser Tage recht häufig hören. Und die Antwort darauf fällt nicht leicht.
Was wir mindestens ebenso oft hören, ist die Forderung nach mehr Kontrolle. Schärferen Gesetzen. Mehr Verboten. Und das hören wir jetzt genauso lange, wie es braucht, bis der Skandal in den Medien einmal durch den Kakao und wieder zurück gezogen wurde und dann ist wieder Ruhe. Bis zum nächsten Skandal.
Denn mal ganz ehrlich, was lässt sich erreichen mit noch mehr Verboten? Noch schärferen Gesetzen? Noch mehr Kontrollen? Und wer trägt schlussendlich die Kosten für die Ausarbeitung und den Erlass der Gesetze, für die Kontrolle von deren Einhaltung? Vermutlich doch wohl der Verbraucher. Und dann klagen wir alle gemeinsam, dass alles immer teurer wird.
Jetzt mal Hand auf’s Herz, meinen Sie nicht, dass wir es auch alle ein wenig selbst in der Hand haben, was uns auf den Tisch kommt? Sollten wir beim Einkaufen nicht langsam mal anfangen, genauer hinzuschauen? Prüfen, was drin ist? Überlegen, ob das wirklich alles drin sein muss?
Machen Sie sich folgendes bewusst, ob es uns gefällt oder nicht, in einer freien Marktwirtschaft muss ein Unternehmen, das Produkte oder Dienstleistungen produziert, konkurrenzfähig sein und Gewinne erwirtschaften. Dabei ist es erst mal egal, ob es das beste Produkt auf dem Markt produziert. Wird es nicht verkauft, ist das Unternehmen und natürlich auch das Produkt schnell Geschichte.
Und jetzt überlegen Sie beispielsweise mal, was heute ein Joghurt durchschnittlich kostet: 0,29-0,39 €? Davon muss der Landwirt bezahlt werden, der die Milch und theoretisch auch das „Obst“ produziert (und dafür Tiere hält, Mitarbeiter bezahlt, Gebäude, Gerät und Land unterhalten muss). Und davon müssen eventuelle Zwischenhändler, Spediteure und schlussendlich natürlich auch der Hersteller bezahlt werden. Und alle Menschen, die bei dem einen oder anderen arbeiten. Und natürlich geht es hier nicht um den Selbstkostenpreis. Jedes Glied in der Kette muss von dem, was es tut, leben können. Allein dafür ist es schon notwendig, Gewinn zu machen. Fällt Ihnen etwas auf? Bei dem Preis für einen Becher Joghurt, ist es außerhalb der Massenproduktion kaum mehr möglich, noch wirtschaftlich zu produzieren und hochwertige Ausgangsmaterialien einzusetzen.
Also wird (natürlich nicht immer und von allen) substituiert und gepanscht soweit es die Gesetze und Regelungen eben zulassen. Dann werden Füllstoffe, Emulgatoren, Verdickungsmittel, Aromen und teilweise sicherlich auch minderwertige Ausgangsmaterialien eingesetzt. Je mehr Abstriche bei der Qualität gemacht werden, desto häufiger gibt es Skandale – ob es jetzt um Dioxin oder um Analogkäse geht. Wem wollen Sie das vorwerfen? Wirklich dem Hersteller oder dem Gesetzgeber? Warum? Wir möchten doch auch nicht für ein paar Cent in der Stunde arbeiten. Auch wir als Konsumenten müssen uns und vielleicht auch eine Familie ernähren, kleiden, fortbewegen und wollen gelegentlich mal einen Urlaub machen und uns mal etwas Schönes leisten. Wer nicht?
Wir alle müssen, wenn es um unser täglich Brot geht, für uns selbst eine Frage beantworten: Was bin ich mir wert? Denn wie heißt es doch so schön: „Du bist, was Du isst.“ Und ganz offensichtlich ist der Wert, den wir uns selbst beimessen, in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Gaben die Menschen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts noch rund 44% ihres Einkommens für Lebensmittel aus, waren es 2009 nur noch 11%!. 2004 waren es immerhin noch 16%.
Die Lebensmittel, die wir in den Supermärkten finden und offensichtlich auch kaufen, denn sonst stünden sie nicht da, sind nicht ausschließlich Ergebnis der immer wieder angeprangerten Profitgier der Konzerne. Sie sind schlichtweg auch Ergebnis unseres veränderten Lebenswandels. Alles muss immer schneller gehen. Das Essen ebenso wie die Zubereitung des selbigen. Die Produkte werden diesen Bedürfnissen angepasst. Sie werden haltbarer (Konservierungsstoffe), leichter zuzubereiten (starker Vorverarbeitung unter Zuhilfename zahlreicher Zusatzstoffe) und sehen dazu noch appetitlich aus und duften auch so (Aromen und Geschmacksverstärker).
Meinen Sie nicht, dass es an der Zeit ist, dass wir uns wieder ein wenig mehr Zeit für uns selbst nehmen? Für gutes Essen? Für unseren Körper? Für eine bessere Ernährung? Und wäre es nicht schon ein Anfang, statt 5 Becher Joghurt für 0,29 € zu kaufen (von denen in der Regel auch noch 2 weggeworfen werden) einfach 3 für 0,59 € zu kaufen? Bewusster auf das zu achten, was uns auf den Tisch kommt? Meistens fangen wir damit erst an, wenn wir uns entscheiden auf Fleisch zu verzichten oder wenn wir irgendetwas nicht mehr vertragen – doch noch mal Hand auf’s Herz: Sollten wir uns nicht mehr wert sein?
Ich glaube schon und ich bin mir auch sicher, dass wir, würden wir alle ein wenig bewusster auf das achten, was wir in den Einkaufskorb legen, auch deutlichen Einfluss auf die Qualität der produzierten Lebensmittel nehmen können. Wetten, dass wir dann zukünftig seltener über Dioxin im Ei, Mogelschinken, Analogkäse und Co. reden würden?
Probieren Sie es einfach mal aus!
Und jetzt noch mal zurück zum aktuellen Dioxin-Skandal. Nachfolgend finden Sie einige gute und informative Seiten, die sich umfassend mit dem Thema auseinander setzen.
Tagesschau: Was ist Dioxin und was macht es in der Nahrungskette?
Zeit.de: Alle Beiträge der Zeit zum Thema Dioxin in unseren Lebensmitteln
Tagesschau: Dioxin-Skandal ist größer als angenommen
AID: Dioxin im Futtermittel: Betrachtung eines Skandals
heute.de: Bundesinstitut: Dioxin-Eier "kein Grund zur Sorge"
Und wir haben für Sie eine Übersicht aller bei uns eingetragenen Produkte zusammengestellt, die Ei enthalten.
Bild: Wikipedia / Matthias M.
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Stiftung Warentest nimmt Lebkuchen unter die Lupe - Bahlsen, Rewe und Aldi überzeugen.
Geschrieben von Melanie
um
10:03 Uhr
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Was wäre die Weihnachtszeit ohne Lebkuchen, egal ob einfache Schokoladenlebkuchen oder raffinierte nach jahrhundertealter Tradition gebackene Elisen- oder Nürnbergerlebkuchen - allein schon die Aromen, helfen in die rechte Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch Lebkuchen ist nicht gleich Lebkuchen. Die Qualitätsunterschiede sind mitunter immens, daher hat Stiftung Warentest Anfang diesen Monats 21 Lebkuchensorten unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren getestet.
Geprüft wurden: sensorischer Beurteilung (45%), Schadstoffe (25%), die mikrobiologischen Qualität (10%), die Verpackung (5%) und die Deklaration (15%) der Inhaltsstoffe und Nährwerte der Produkte.
Sieger in der Kategorie der ungefüllten Schokoladenlebkuchen wurde Bahlsen Contessa Schokolade (1,9), knapp vor Rewe Schokoladen Lebkuchen, Herzen Sterne Brezeln, Vollmilchschokolade (2,0) und Aldi (Nord) Reichsgraf Schoko Lebkuchen, Sterne Herzen Brezeln (2,1). Schlusslich sind Frenzel Echte Pulsnitzer Schokoladen-Lebkuchen(3,7).
In der Kategorie der Feinen Oblatenlebkuchen (Nürnberger) schaffen Lidls Favorina Feine Nürnberger Oblaten-Lebkuchen, schokoliert (1,8) den ersten Platz vor Aldis (Nord) Feine Nürnberger Oblaten-Lebkuchen mit 13% Schokolade (2,2). Schlusslich sind hier Aldis (Süd) Wintertraum Feine Nürnberger Oblaten-Lebkuchen mit Zartbitterschokolade (3,5).
In der Kategorie Feinste Oblatenlebkuchen (Elisen) steht wieder Bahlsen mit Fürstenschnitte Elisen-Lebkuchen mit Schokolade (2,1) auf Platz 1 während Haeberlein-Metzger Nürnberger Elisen-Lebkuchen (4,1) die schlechteste Note im Test erhalten.
Die Stiftung Warentest hat auch auf Acrylamid getestet und dabei erfreulicherweise nur ein Produkt mit einem auffälligen Acrylamidwert gefunden, die Echten Pulsnitzer von Frenzel. Sie hatten mit Abstand den höchsten Acrylamidgehalt im Test, überschritten aber auch nicht den Signalwert von 1000 Mikrogramm / kg.
Übrigens: Ein Blick auf die aufgeschlüsselten Ergebnisse lohnt durchaus, denn die Elisen von Haeberlein Metzger schneiden bspw. sehr gut bei der sensorischen Beurteilung und dem Test auf Schadstoffe ab, verlieren aber durch eine mangelhafte Verpackung und fehlende Deklaration stark an Punkten. Das gilt auch für einige der anderen Produkte im Test.
Photo: Landauer Lebküchner um 1520 / Wikipedia



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