Artikel mit Tag Nahrungsmittelpreise
Friday, 9. January 2009
Die neue Art des Kolonialismus: „Agrar-Shopping“
Geschrieben von Korinna
um
08:28 Uhr
in Aus aller Welt, Lebensmittel & Recht
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Besonders die Länder, die sich selbst nur schwer mit Lebensmitteln versorgen können, aber über Erdölvorkommen verfügen oder aber Schwellenländer, wie Indien oder China, die zu geringe Nahrungsvorkommen für die wachsende Bevölkerung haben, decken sich auf den internationalen Agrarmärkten mit fruchtbaren Ländereien ein.
Man verspricht sich dadurch, nicht in die politisch-wirtschaftliche Abhängigkeit von diesen Ländern zu gelangen und in der Zukunft keine bzw. weniger Lebensmittel zu hohen Preisen zukaufen zu müssen. Den Verkäuferstaaten – die scheinbar fruchtbaren Boden im Überfluss haben – bringt dies schnelle Devisen und eine Wertsteigerung der Flächen.
China ist der größte Käufer. Das Land der Mitte hat im letzten Jahr Ländereien in Kenia, Kuba, Kongo, Mexiko, auf den Philippinen, in Russland und dem Sudan sowie Uganda angekauft. Die Vereinten Arabischen Emirate, die derzeit 85% ihres Nahrungsmittelbedarfs importieren müssen, haben im letzten Jahr 320 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche im Ausland eingekauft.
Die Zukunftsauswirkungen dieser neuen Art von „Agrarkolonialismus“ sind noch nicht absehbar, häufig haben die Verkäuferstaaten mittlerweile schon Probleme damit, ihre eigene Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Ernsthafte Konflikte scheinen vorprogrammiert...



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