Artikel mit Tag geflügel
Mittwoch, 9. April 2008
Bald chemisch behandeltes Geflügel im Supermarkt?
Geschrieben von Desiree
um
14:26 Uhr
in Handel, Lebensmittel & Recht
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Bekannter maßen lieben wir Deutschen Geflügelfleisch, wobei es ganz egal ist, ob als saftiges Putenschnitzel, knusprige Hähnchenflügel oder leichte Geflügelwurst. Die Möglichkeiten Geflügelfleisch zu verzehren sind fast grenzenlos. Bisher konnten wir uns dabei auch immer auf die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Geflügelerzeugung verlassen, doch das könnte bald anders werden, wenn die USA mit ihrer Forderung, das seit 11 Jahren bestehende Verbot, gechlortes Geflügelfleisch zu importieren, Erfolg hat. Dann könnten nämlich auch wir in den zweifelhaften Genuss chemisch behandelten Geflügelfleisches kommen. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen kann die antimikrobielle Behandlung von Geflügelfleisch zu Resistenzen von Arzneimitteln führen und negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Aber warum wird das amerikanische Geflügel überhaupt chemisch behandelt? In Europa unterliegt die Geflügelfleischerzeugung höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards innerhalb der gesamten Prozesskette, damit wir ein natürliches und qualitativ hochwertiges Produkt erhalten. Dazu zählen gesunde Elterntiere, sachkundige und tiergerechte Aufzucht / Haltung, die hygienische Schlachtung sowie die geprüfte Weiterverarbeitung. In den USA sind die Erzeugungsstandards deutlich niedriger angesetzt. Dieses Defizit versucht man schließlich durch eine Endproduktbehandlung mit einem Chemiekalienbad aus Chlordioxid, Natriumchlorid, Trisodium Phospat und Peroxyacid auszugleichen. Das bedeutet niedriger Aufwand, preisgünstigere Produktion aber keinesfalls eine höhere Qualität.
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. lehnt eine Aufhebung des Import-Verbots für chemisch behandeltes Geflügelfleisch entschieden ab und setzt auch zukünftig auf natürlich produziertes Geflügelfleisch. Künftig könnte es also, wenn die USA mit ihrer Forderung Erfolg haben, auf die DDD-Herkunftskennzeichnung für Geburt / Aufzucht / Schlachtung in Deutschland zu achten.



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